Jülich: Zwei Wüstenschiffe tragen die Gäste durch den Park

Jülich: Zwei Wüstenschiffe tragen die Gäste durch den Park

Ein Hauch vom Zauber Asiens wehte am Wochenende über Wiesen und Wege des Brückenkopf-Parks. Bei strahlendem Sonnenschein öffneten Schausteller und Akteure ihre Zelte, um den Besuchern Einblick in die Geheimnisse des Orients zu geben.

Auf der Hauptbühne gab es an beiden Veranstaltungstagen ein farbenfrohes Programm, das Augen und Ohren verwöhnte. Im Stadtgarten tummelten sich Gaukler, Musiker, Händler und Tänzerinnen. Die achtjährige Darleen aus Elsdorf traute ihren Augen kaum, als zwei Kamele an ihr vorbeitrotteten.

„Die stinken ein bisschen”, rümpfte das Mädchen die Nase. Zur Freude der vielen Besucher war auf dem Rücken der „Wüstenschiffe” eine Runde durch den Stadtgarten möglich. Die Vielfalt der asiatischen Kulturen ließ sich im Park nur erahnen. Dennoch hatten die Gäste ausreichend Gelegenheit, unterschiedliche Kulturbereiche kennenzulernen.

Die Tanz- und Musikdarbietungen auf der Bühne überzeugten durch Temperament, Rhythmik und munteres Farbenspiel wie zum Beispiel bei den Taikotrommeln. Im Gegensatz dazu erklangen auch leise Töne, die mit sanft schwingenden Bewegungen zu einem harmonischen Fluss verschmolzen. In einer mongolischen Jurte lauschten nicht nur die Jüngsten den Erzählungen vom Geheimnis der Drachenkugel oder den Geschenken des Großvaters. Überhaupt ging es in den Zelten sehr gemütlich zu: Die einen genossen orientalischen Tee, andere nahmen Platz auf den flauschigen Kissen und Decken.

Auch Mitmachen war möglich

Am gesamten Brückenkopf roch es angenehm nach Räucherwerk und Ölen. Wer es sportlicher mochte, für den standen diverse Darbietungen von Kampfkünsten auf dem Programm. Aktionen zu Go (japanisches Brettspiel), Ikebana (Blumensteckkunst), Kaligraphie (Schriftkunst) oder Tai Chi (chinesisches Schattenboxen) luden zum Mitmachen ein.

Der „Ort der Stille” wandelte sich zu einem lebendigen Ereignis für die Sinne. Die Musiker der Gruppe „Sono mundi” aus Köln mit ihren Gongs, Bells oder Buk-Trommeln waren nicht nur mit den Ohren zu hören, sondern auch durch die Schwingungen mit dem gesamten Körper zu spüren. Für den zehnjährigen Marcell aus Jülich war es das erste Erlebnis mit solcher Klangkunst. „Es ist schon komisch und das kribbelt so lustig im Bauch.”

Ein Drachenreiter, der auf Stelzen Schaulustige begeisterte, beteiligte sich ebenso am Programm wie der Chinesische Kulturverein aus Jülich, der sich mit einer Modenschau präsentierte.

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