Jülich/Eschweiler: Zwei Jahre Attac-Gruppe IndeRur

Jülich/Eschweiler: Zwei Jahre Attac-Gruppe IndeRur

Eine andere Welt ist möglich: Unter diesem Motto will die vor zwei Jahren in Eschweiler gegründete Ortsgruppe IndeRur des globalisierungskritischen Netzwerkes „Attac” ihre Aktivitäten verstärkt auf Jülich ausdehnen.

„Bei regelmäßigen Treffen, Vorträgen und Diskussionen wollen wir unter anderem die wirtschaftlichen und umweltpolitischen Folgen der Globalisierung und ihre Auswirkungen auf gesellschaftliche Entwicklungen auch auf lokaler Ebene aufzeigen”, erläuterte Gründungsmitglied Alexander Passadakis aus Jülich.

Präsenz zeigte die Ortsgruppe schon im vergangenen Jahr mit einem Stand bei der vom Jülicher Arbeitskreis „Konsum um jeden Preis?” veranstalteten konsumkritischen Woche und bei der Demonstration desselben Arbeitskreises im Juni.

Attac versteht sich als außerparlamentarische Bewegung und als Netzwerk, dem über 200 Organisationen angehören: Gewerkschaften, Eine-Welt-Zentren, Umweltorganisationen, christliche Vereinigungen, kapitalismuskritische Gruppen und Friedensinitiativen. 1998 als „Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse des Bürgers” („Association pour une taxation des transactions financières pour laide aux citoyens”) gegründet, hat das Netzwerk weltweit 90 000 Mitglieder in 50 Ländern.

In Deutschland zählt Attac 23 000 Mitglieder - Tendenz steigend. Gründungsziel der Ortsgruppe war der fundierte Austausch über politische und wirtschaftliche, aber auch Zukunftsthemen. Dabei werden auch Alternativen zur neoliberalen Globalisierung aufgezeigt, deren zentrales Merkmal die unbegrenzte Öffnung aller Märkte weltweit ist. Selbst Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung und vieles mehr sollen ohne soziale, demokratische und ökologische Einschränkungen und Regulierungen zur Ware werden.

Alle Mitglieder der Gruppe treibt um, dass die Globalisierung die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert, statt Wohlstand für alle zu bringen. Sie empfinden Wut, „wenn Banker und Finanzmanager täglich Milliardenbeträge auf den Finanzmärkten umsetzen und mit ihren Anlageentscheidungen auch Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen nehmen”, zumal die von Attac schon lange geforderte Steuer auf spekulative Devisengeschäfte immer noch nicht Realität sei.

„Der Aufklärungs- und Bildungsansatz von Attac hat mich begeistert”, erklärt Heidi Lankers aus Titz. Hier finde sie Informationen, die sie sonst in den Medien nicht bekomme. „Dabei versuchen die Attacies auch in der Region auf lokaler Ebene für ihr Ideal einer gerechteren Welt einzustehen”. Etwa mit ihrem konsumkritischen Stadtrundgang durch Jülich im Rahmen der konsumkritischen Woche des Arbeitskreises „Konsum um jeden Preis?” im September 2011.

„So soll der Verbraucher erfahren, wie er beim Einkauf fairen Handel unterstützen und die Umwelt schonen kann”. Die Ortsgruppe IndeRur wird sich auch an einer regionalen Bürgerinitiative gegen Fracking beteiligen, also der unkonventionellen Erdgasförderung unter Einsatz giftiger chemischer Substanzen, die das Grundwasser verseuchen können.

„Seit der weltweiten Finanz- und Bankenkrise hat sich das Image von Attac schon gewandelt”, meint Passadakis. „Nicht nur, weil prominente Politiker wie Heiner Geißler sich der Bewegung angeschlossen haben”. Früher sei das Netzwerk wegen seines etwas irreführenden Namens „schon mal in die Chaotenecke gestellt worden.

Aber heute haben viele Menschen einfach Sorge um die Zukunft ihrer Kinder. Sie suchen deshalb nach Alternativen zum neoliberalen Dogma.” Unterstützer und Mitstreiter sind für die Ortsgruppe also wichtig, um ihre Positionen in die Breite der Gesellschaft zu tragen. Die Treffen finden jeden dritten Montag im Monat im evangelischen Gemeindezentrum Weisweiler oder auf Wunsch abwechselnd in Jülich-Broich um 19:30 Uhr statt.

Kontakt: Alexander Passadakis und Jacqueline Morlot Passadakis, Tel. 02461/53746, E-Mail: passadakis@t-online.de oder bei Heidi Lankers, Tel. 02463/8470, E-Mail:heidi.hotelmama@web.de.

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