Jülich: Zum Jubiläum wird „Jülich ärger dich nicht“ gespielt

Jülich : Zum Jubiläum wird „Jülich ärger dich nicht“ gespielt

Renaissancezeitliche Musik erklang durch ein geöffnetes Fenster im Renaissancegarten der Zitadelle, die meisten Stücke stammten aus der Feder von Martin Peudargeant, Hofkomponist am Jülich-Klevischen Hof in Düsseldorf zu einer Zeit, in der das Herzogtum groß und mächtig war.

In dazu passender Kleidung wandelten Gisa Stein vom städtischen Amt für Stadtmarketing, Gästeführerin Mariele Egberts und Animateur Andreas Kaufmann umher.

Letzterer arbeitet für die Firma „Hohenwald-Spiel-Erlebniswelten“, deren historische Holzspiele in XXL-Version eine magische Anziehungskraft ausübten. „Wir gehen wirklich 500 Jahre zurück und finden uns alle als spielende Menschen im Hof von Herzog Wilhelm V. wieder“, hatte Bürgermeister Axel Fuchs zuvor das Renaissancepicknick unter dem Motto „Spielen gestern und heute“ als Silberjubiläumsparty des Museums Zitadelle angepriesen.

Aus Neuseeland

Die weiteste Reise hatten mit Sicherheit die aus Jülich stammende Edith Klostermann und ihre Familie zurückgelegt. Sie wohnen in Neuseeland, wo „gerade Winter ist“. Die zweisprachig erzogenen Kinder mit den deutschen Vornamen Annika (8), Felix (7) und Markus (4) hatten wie die übrigen kleinen und großen Picknickgäste viel Spaß beim Ausprobieren der Spiele.

Es gab ein japanisches Holzkugelspiel, „hängende Kugeln“, den „Kugel-Fahrstuhl“, Crokinole, Solitär, ein französisches Tischkegelspiel, ein mittelalterliches Burgturmringwurfspiel, „Trou Madame“, das historische Mühlespiel und Mah Jong. „Es muss immer eine lange Seite frei bleiben“, erläuterte hierzu etwa der ehemalige Museumsmitarbeiter Jens Wagner die Spielregeln. Bei „Trou Madame“, einem Spiel aus der viktorianischen Zeit des britischen Empires, outete sich Dr. Egon Vietzke als Kenner, der ein solches Spiel „zu Hause im Keller“ hat.

Ganz toll vorbereitet hatte das städtische Veranstaltungsteam das „Jülich ärger dich nicht“ mit ausgelegten Gehwegplatten auf dem 15 Meter breitem Spielfeld. Bei der Jülicher Version des bekannten Gesellschaftsbrettspiels waren die Gäste eingeladen, sich als lebende Spielfiguren einzubringen.

Als Startfelder dienten jeweils vier Stühle mit glänzenden, farblich gekennzeichneten Stuhllehnenüberzügen, für die Spieler lagen farblich abgestimmte breite Armbinden und ein Riesenwürfel bereit. Gespielt wurde ferner „Jülich Memory“ oder Fußballkicker, für Kinder waren zwei Kreativ-Workshops vorbereitet. Gerne beteiligten sich die Gäste auch an dem von der Sparkasse Düren gesponserten Luftballonweitflugwettbewerb, der mit tollen Preisen für ferne Finder lockte.

Die Besucher, für die lange Bankreihen platziert waren, stärkten sich mit Kaffee, alkoholfreien Getränken und Pizza, Kuchen und Plätzchen in Zitadellenform. Trotz der heißen Witterung besuchten und genossen 300 bis 400 Menschen das Renaissancepicknick. Wegen der großen Nachfrage gingen jeweils zwei Erwachsenengästeführungen und zwei Schatzsuchen mit Kindern in den Kasematten an den Start, die dem „kleinen Schlossgespenst“ zur Hilfe eilten.

(ptj)