Aldenhoven: Zukunft der Aldenhovener Schulen entscheidet sich am 3. Mai

Aldenhoven : Zukunft der Aldenhovener Schulen entscheidet sich am 3. Mai

Der Wunschtermin der im Aldenhovener Gemeinderat vertretenen Fraktionen wird zwar nicht erfüllt — auch, weil die reklamierte Dringlichkeit laut Gemeindeverwaltung nach Prüfung nicht gegeben sei — doch eine außerordentliche Gemeinderatssitzung wird es in Aldenhoven geben, die für Donnerstag, 3. Mai, 18 Uhr, anberaumt worden ist.

Die Gemeindeverordneten treten dann übrigens nicht, wie gewohnt, im Sitzungssaal des Rathauses zusammen, sondern tagen in öffentlicher Sitzung in der Aula der Ganztagshauptschule und Käthe-Kollwitz-Realschule an der Schwanenstraße 6 in Aldenhoven. Dort dürfte ausreichend Platz für Besucher sein, die Augen- und Ohrenzeuge sein möchten, wie der Gemeinderat die Entwicklung des Schulstandortes Aldenhoven in den kommenden Jahren vorantreiben möchte.

Entsprechend beinhaltet die Tagesordnung zunächst die Beanstandung des Ratsbeschlusses vom 14. Dezember 2017 durch den Bürgermeister. Seinerzeit war nichtöffentlich auf Antrag der FWG-Fraktion das „Entwicklungskonzept Gebäudeinfrastruktur Pestalozziring/Schwanenstraße“ verabschiedet worden, das den Gebäudetausch von GGS Aldenhoven und Gesamtschule Aldenhoven-Linnich (GAL) umfasste.

Genau dagegen richtet sich die Bürgerbeschwerde gemäß § 24 Gemeindeordnung von Thomas Schneider, mit dem sich der Gemeinderat sodann zu beschäftigen hat, bevor der Antrag der Schulkonferenz der GAL zur Debatte steht, die sich darin für einen dauerhaften Verbleib der Jahrgangsstufe 8 der GAL am Schulstandort Linnich ausspricht sowie die Beibehaltung, Sanierung und Optimierung des Standortes Pestalozziring im Sinne der Stärkung des Schulprofils mit dem Schwerpunkt Sport beantragt.

Erst danach spricht der Gemeinderat über den gemeinsamen Antrag der vier Ratsfraktionen, die Entwicklung des Schulstandortes Aldenhoven durch geeignete Maßnahmen voranzutreiben, wobei insbesondere die Schulraumplanung für die GAL und die GGS Aldenhoven im Fokus stehen.

Gut 120 Seiten Vorlagen

Da die Fraktionen zudem Unterlagen zu dem Themenspektrum angefordert hatten, hat die Gemeindeverwaltung eine umfangreiche Dokumentation von gut 120 Seiten darüber zusammengestellt, was in Gremiensitzungen darüber zu finden ist, seit das Thema Gesamtschule in Aldenhoven diskutiert wird.

Dass der Verbleib der Stufe 8 in Aldenhoven für die Zukunft des Standortes essentiell sei, wie beispielsweise von Elternvertretern gemutmaßt worden war, verweist Pressesprecher Dirk Schneemann von der Kölner Bezirksregierung ins Reich der Fabel. „Bei der genehmigten Aufteilung der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich handelt es sich um eine genehmigungspflichtige schulorganisatorische Maßnahme.“ So musste die Verbandsversammlung des Schulzweckverbandes Aldenhoven- Linnich als Träger der GAL für die auf zwei Jahre beschränkte Beschulung des Jahrganges 8 in Linnich 2016 eigens einen Antrag in Köln stellen, der bekanntlich genehmigt wurde.

Solch ein Antrag des Trägers ist weiterhin möglich. „Theoretisch kann der Schulträger beschließen, künftig auf eine Teilung der Gesamtschule zu verzichten und alle Jahrgänge an einem Standort unterzubringen“, zeigt Pressesprecher Schneemann auf Anfrage unserer Zeitung den Spielraum auf, den der Träger der GAL genießt. Allerdings handele es sich auch bei diesem Beispiel um eine genehmigungspflichtige Änderung der Schule, die der Schulträger nicht ohne vorherige Genehmigung umsetzen dürfe, stellt der Pressesprecher klar.

Beim Blick in die Sitzungsvorlagen wird klar, dass die ursprüngliche Aufteilung — Klassen 5 bis 8 in Aldenhoven, Klassen 9 bis 13 in Linnich — nicht dem pädagogisch fundierten Ideal entspreche, das die Schule in Unter- (Klassen 5-7), Mittel- (8-10) und Oberstufe (11-13) aufteilt. So sind in Gesamtschulen beispielsweise Stufenleiter vorgesehen. Nach bisheriger Konzeption ist die Mittelstufe bei der GAL auseinandergerissen und auf zwei Standorte verteilt, was die Schulleitung schon in der Vergangenheit beklagt hat. Ihr wären eigene Gebäude für jede Stufe am liebsten. Das wäre sogar möglich, denn nach Auslaufen von Haupt- und Realschule in Linnich würden beide Gebäude Mitte 2019 frei.

Doch das sind alles Fragen, mit denen sich der Schulzweckverband Aldenhoven-Linnich als Träger vertiefend zu beschäftigen hat, in dem Repräsentanten beider Räte Sitz und Stimme haben.

(ahw)
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