Linnicher Kultursommer: Zuhörer im 6/8-Takt auf die Insel der Feen und Kobolde entführt

Linnicher Kultursommer : Zuhörer im 6/8-Takt auf die Insel der Feen und Kobolde entführt

Planxties und Airs, Jigs, Reels, Whistles, Low Whistles und Orgel hießen die musikalischen Begriffe, welche das neueste Konzertprogramm in der Evangelischen Kirche Linnich dominierten.

Wenn auch manch einer der zahlreichen Gäste nur das Wort Orgel als vertraut vernahm, überzeugten bereits die ersten Klänge des Abends von der universellen Sprache der Musik, die über Epochen und Grenzen gleichermaßen die Zuhörer berührt. So bewegten sich wie von selbst die Köpfe und Füße im Takt eines der archaischsten Instrumente, einer einfachen Flöte (Whistle), die heute noch in der Musik Irlands populär ist. Eine fröhliche, lebhafte Tanzmelodie (Jig) schwungvoll vom Flötisten Claus von Weiß intoniert und luftig-leicht von der Organistin Ulrike von Weiß übernommen, entführte das Publikum im 6/8 Takt auf die Insel der Feen und Kobolde.

Energetisch und voller unbändiger Lebensfreude klang die altehrwürdige, barocke Orgel in weiteren Traditionelles, den Reels. Die sehr schnellen charakteristischen Tänze des schottischen Hochlands lassen mit Worten Claus von Weiß` „den Boden heiß werden“ und  verlangen den Instrumentalisten das Höchste ihres musikalischen Könnens ab. Die Virtuosität der Musiker spiegelte sich ebenso deutlich in der melancholischen „Atlantis“, einer Komposition aus der Feder von Claus von Weiß. Diese Melodie voller düsterer und dramatischer Würde verzauberte mit gefühlvollen, unterschwelligen Tönen der Orgel, welche die Vergänglichkeit einer von der Flöte besungenen Schönheit verdeutlichten.

Ein elegantes Planxty (ein jemandem gewidmetes Stück) zu Ehren des Earl of Inchiquin   machte die Erinnerung an den bekannten Harfenisten Turlough O`Carolan und an jene wandernden, über Jahrhunderte in Irland hoch angesehenen Musiker wieder lebendig. „Es wäre so schön, wenn man so leben konnte, wie die Musik es heute erzählte“, fasste eine Zuhörerin die Eindrücke des Abends zusammen. Mit einer  doppelten Zugabe bedankten sich die Musiker für den im Stehen erfolgten Applaus des Publikums.

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