Aldenhoven: Ziel der Bildungskonferenz ist eine koordinierte Jugendarbeit

Aldenhoven: Ziel der Bildungskonferenz ist eine koordinierte Jugendarbeit

„Kein Kind zurücklassen“, das Modellvorhaben des Landes NRW oder „Gut aufwachsen im Kreis Düren“, die Konkretisierung, bezogen auf die Region. Das war Thema der ersten Präventions- und Bildungskonferenz, zu der die Gemeinde Aldenhoven alle die Menschen eingeladen hatte, die sich mit Jugendarbeit in der Gemeinde befassen und zur Mitarbeit bereit sind.

Vertreten waren viele, aus der Kommunalpolitik, aus dem Gesundheitswesen, aus der freien Jugendarbeit, von den Schulen, den Kindertagesstätten, dem Sport, den Kirchen und den Eltern, Ehrenamtler zum Teil und solche, die den Eltern oder Alleinerziehenden in Erziehungsfragen beistehen, über 100 Personen, darunter auch die Vertreter des Präventionsbüros des Kreises Düren.

Bürgermeister Ralf Claßen lobte in seiner Begrüßung die riesige Bereitschaft zu helfen, damit jedem Kind unabhängig von seiner sozialen Herkunft gute Entwicklungsperspektiven geboten werden, „und zwar am besten vorbeugend und nicht erst, wenn das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen ist“. Man bemüht sich um lückenlose Präventionsketten von der Schwangerschaft bis zum Eintritt in das Berufsleben.

Antworten finden

Sinn der Veranstaltung: Gemeinsam verschiedene Fragen stellen und gemeinsame Antworten darauf finden. Zielgruppen sind die Kinder von 0 bis zehn Jahren (in Aldenhoven 10,2 Prozent der Einwohner) und die Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 20 Jahren (11,1 Prozent). Hinzu kommt, dass Aldenhoven einen hohen Ausländeranteil mit 11,5 Prozent hat mit einem hohen Kinderanteil.

Die soziale Situation Aldenhovens bezeichnete Claßen als „überdurchschnittlich angespannt“, mit der Stadt Düren und den Städten des Ruhrgebiets vergleichbar. Claßen sprach von einem teils schwierigen sozialen Umfeld von gut situiert bis bettelarm, in dem die Kinder aufwachsen.

„Wir wollen heute gemeinsam untersuchen, ob beispielsweise die bestehenden Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und der Prävention hinreichend bekannt sind und entsprechend genutzt werden.“ Sinn ist diese zu bündeln und zu vernetzen. „Der Abend soll der Startpunkt für eine konstante Zusammenarbeit im Sinne unserer Kinder sein.“

Der Jugendrat hatte ein kurzes Rollenspiel entwickelt, in dem in eindrucksvoller Weise eine Alltagsszene im Leben einer Familie dargestellt wurde, die zwar nicht typisch, aber leider denkbar ist: Vater Alkoholiker und arbeitslos - Mutter, Ausländerin, schwanger, mit der Hausarbeit allein gelassen - drei Kinder unterschiedlichen Alters, eines mit ADHS, eines intelligent und nicht in der Lage, in dem häuslichen Chaos störungsfrei seine Hausaufgaben machen zu können, und ein Baby.

Doris Peitz und Elke Ricken-Melchert vom Kreis Düren bildeten einen aus fünf Gruppen bestehenden Workshop zu den verschiedenen Altersgruppen der Zielpersonen. Nach der Bestandsaufnahme der bestehenden Einrichtungen und der Versuche einer Vernetzung derselben, wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen zusammengefügt, gemeinsam besprochen, Überlegungen angestellt, wie man die vorhandenen Aktivitäten verbessern kann, und Prioritäten ausgewählt.

Vor allem wurde nach Wegen und Möglichkeiten gesucht, den Zielpersonen die für sie passenden Angebote näherzubringen und sie zu deren Annahme zu bewegen. Ein schwieriges Unterfangen. Darüber waren sich alle Beteiligten einig, auch darüber, dass das Thema dieser Konferenz ein dauerndes sein wird.

(gre)