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Körrenzig: Zeitlos kraftvolle und meditative Klänge

Körrenzig : Zeitlos kraftvolle und meditative Klänge

„Man muss diesem Gesang lauschen, das heißt - mit dem ganzen Menschen mit Herz und Seele hören”, riet Gräfin Immaculata von Hoensbroech, Schirmherrin der diesjährigen Kulturreihe des Vereins „Rettet die Alte Kirche Körrenzig”.

Einem schwierigen und ganz gewiss nicht alltäglichen Genre hatten sich die Verantwortlichen zum Auftakt der Reihe „Kultur in der Alten Kirche Körrenzig” zugewandt und die Choralschola an St. Hippolytus Troisdorf zu einem Konzert eingeladen. Diese siebenköpfige Schola hat sich den Gregorianischen Gesängen verschrieben, gestaltet regelmäßig den Gottesdienst in ihrer Kirche mit Chorälen und hat darüber hinaus in den vergangenen acht Jahren immer wieder themenbezogene „Gregorianische Nächte” erarbeitet.

„Über die letzten Dinge: der Tod - das Gericht - das himmlische Jerusalem” stand über dem Körrenziger Konzert. Wie Chorleiter Michael Veltman im Vorfeld berichtete, konnte der Chor aus einem reichhaltigen historischen Fundus schöpfen. Zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert wurde diese Form des kirchlichen Gesangs, der auf einer einstimmigen, unbegleiteten Basis beruht, in Rom entwickelt. Obwohl er in der Vergangenheit sogar schon einmal den Weg in die Hitparaden fand, ist diese Ausdrucksform mehr und mehr in Vergessenheit geraten, denn die Gregorianik verlangt nicht nur den Sängern, sondern auch dem Hörer einiges ab. Er muss sich auf den Gesang einlassen, seine Kraft auf sich wirken lassen und seine Zeitlosigkeit erkennen.

Trotz seiner meditativen Wirkung wird dem Wort starke Bedeutung beigemessen. Da die Texte durchweg in lateinischer Sprache gehalten sind, hatten die Sänger ihrem Programm die deutsche Übersetzung beigefügt. Erhöht wurde die Dramaturgie des Gesangs durch die Einbeziehung des gesamten Kirchenraums. Hinzu kam noch, dass die Atmosphäre der 100 Jahre alten Kirche diesen Gesang noch hervorhob.