Jülich: Zehnter Seniorentag mit Unterhaltung und Informationen im Bonhoeffer-Haus

Jülich: Zehnter Seniorentag mit Unterhaltung und Informationen im Bonhoeffer-Haus

„Den Sorgen entsagen, zumindest, sie nicht in den Mittelpunkt zu stellen“, wie Seniorenbeiratsvorsitzende Ruth Tavernier-Schwab es ausdrückte: darum ging es in erster Linie beim bereits zehnten Seniorentag. „Und wem verdanken wir den?“ Marlies Keil.

Sie hatte die Idee und sorgte laut Vize-Bürgermeister Wolfgang Gunia für „die nachhaltige Umsetzung“. So war ein Blumenstrauß für ihre verdiente Vorgängerin „das Mindeste“ für Tavernier-Schwab. Traditionell war der Seniorentag im Bonhoeffer-Haus von Gesang, Kunst, Tanz und Theater geprägt. Er diente der „Unterhaltung, Ablenkung, Frohsinn und Gemeinschaft“.

Zum zehnten Seniorentag erhält Initiatorin Marlies Keil einen Strauß Blumen. In der Rückenansicht ist Beiratsvorsitzende Ruth Tavernier-Schwab zu sehen.

Schwungvoll stimmte der Singkreis des Beirats unter Leitung von Inge Duwe am Klavier musikalische Schätzchen an wie „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ von Peter Alexander oder „Weiße Rosen aus Athen“ von Nana Mouskouri. Gerne schunkelten die rund 100 Senioren, darunter wenige Männer, im Rhythmus mit.

Rosen in verschiedenen Farben erhielten die singenden Senioren als Dankeschön. Weitere, gemeinsam gesungene Volkslieder folgten. Spaß bereitete auch der Kanon „Himmel und Erde, die müssen vergehen...“ In ihrer Lesung der kleinen Geschichte mit Tiefgang „Der schwarze Punkt“ kam Tavernier-Schwab auf den inhaltlichen Schwerpunkt zurück.

In der Handlung erhalten Schüler von ihrem Lehrer ein weißes Blatt mit schwarzem Punkt und werden schlicht aufgefordert, auszudrücken, „was sie auf dem Papier sehen“. Alle Schüler beschreiben den schwarzen Punkt, seine Größe, seine Position, seine Farbe, keiner nimmt die große weiße Fläche überhaupt wahr, wie sehr oft im Leben.

„Alter und Kultur“

In diesem Zusammenhang fasste die Vorsitzende zusammen, „was wir bereits geschafft haben im Seniorenbeirat“, nämlich eine ganze Menge. Angeboten werden ein sehr gut funktionierenden Einkaufsdienst, die Veranstaltungsreihe „Alter und Kultur“ und das monatliche Treffen im Brückenkopf-Park zu bestimmten Themen, beide mit Marlies Keil. Zudem gibt es den von Gisela Booz initiierten Seniorentanz und die Vortragsreihe „Gesundheit im Alter“.

In Arbeit ist ferner ein Begleitdienst mit dem Roten Kreuz, etwa zu Apothekennotdiensten — für fünf Euro. Eine, wenn auch „nicht optimale“ Zwischenlösung für das wegfallende Reisebüro der Deutschen Bahn, die „voll auf das Internet setzt“, ist die Buchung von Reisen durch das HTI-Reisebüro in der Großen Rurstraße, für zusätzliche zehn Euro.

Senioren in Jülich stehen ferner „ganz gut da“ in punkto barrierefreies Wohnen. Probleme bereiten aber Behindertentoiletten, betreutes Wohnen „in Jülich selbst“ und behindertengerechterer Straßenbau. „Gewaltig, was hier in einem Jahr geleistet wurde“, lobte Gunia und betonte ferner die Wichtigkeit der Projektanstöße durch den Seniorenbeirat, schließlich gehöre „Klappern zum Handwerk“. Mit Blick auf fehlende Mittel der Stadt bat er aber: „Erwarten Sie aber nichts Unmögliches“. Als neuer Amtsleiter und Nachfolger von Katarina Esser präsentierte Christoph Klemens zunächst das neue Kulturprogramm der Stadt Jülich mit dem Titel „Wissen und Weisheit“.

Besonders lud er zum Figurentheater „Berliner Stadtmusikanten“ im März ein. Hier müssen die Bremer Stadtmusikanten mit ihrer neuen Situation im Alter umgehen lernen. Zudem trug Klemens die Ballade „Der Handschuh“ von Schiller vor, die auf einer mittelalterlichen spanischen Sage basiert.

Im wallenden, schwarzen Gewand rezitierte Helga Cox verschiedene Charaktere aus der griechischen Tragödie „Medea“. Im kreativen Teil nach der Mittagspause falteten die Senioren wunderschöne fantasievolle Blumen aus Servietten.

Fröhlich sang der Kinderchor der KGS unter Leitung von Kantor Christoph Rück. Angeführt von Dagmar Schmitz zeigte die Seniorentanzgruppe ihr Können. Strahlende Senioren verließen am späten Nachmittag nach vielen von Austausch und Abwechslung geprägten Stunden das Bonhoeffer-Haus.

(ptj)