Kreis Düren: Zahl der Pendler fast verdoppelt

Kreis Düren: Zahl der Pendler fast verdoppelt

Immer mehr Menschen aus dem Kreis Düren sitzen täglich in Bus, Bahn oder im Auto, um zum Arbeitsplatz oder zur Schule und zurück zu pendeln. Rund 46.000 Fahrten werden deshalb pro Tag absolviert, nachzulesen im „Pendleratlas” der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Region Aachen. Das sind 46 Prozent mehr als im Jahre 1987.

Verließen 1987 noch täglich 7216 Menschen den Kreis Düren auf dem Weg zur Arbeit, so sind es heute mit 17.500 Pendlern mehr als doppelt so viele. Die meisten Beschäftigten pendeln aus dem Kreis Düren Richtung Aachen (19,2 Prozent), ein Großteil auch in den Kölner Raum 18,9). Viele pendeln zudem in den Rhein-Erft-Kreis sowie in die Kreise Euskirchen und Heinsberg. Nur die beiden „Zentren” Düren und Jülich steuern täglich mehr Pendler an als sie verlassen. Die übrigen Kreis-Kommunen weisen einen deutlich negativen „Pendlersaldo” auf.

Im gesamten Kammerbezirk der IHK pendeln täglich 430.000 Menschen zwischen Wohn- und Arbeitsort, das Pendleraufkommen hat sich damit in knapp 20 Jahren etwa verdoppelt. „Das ist eine dramatische Aussage”, stellte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes in Düren fest. „Die Studie gibt klare Hinweise darauf, dass die Infrastruktur dringend ausgebaut werden muss.” Um die steigenden Pendlerströme künftig noch bewältigen zu können, müsse etwas geschehen.

Drewes listete auf: „Der Ausbau der Autobahn 4 zwischen Aachen und Köln muss zügig abgeschlossen, die Lücke der A1 zwischen Blankenheim und Adenau geschlossen werden. Die Ortsumgehung der B56 um Düren muss rasch kommen.” Das S-Bahn-Gleis müsse bis Aachen durchgezogen, die Bahnstrecke zwischen Düren und Euskirchen reaktiviert werden. Die Gleislücke zwischen Linnich und Baal müsse geschlossen werden. Drewes: „Nur so können wir mehr Pendler auf die Schiene bringen.”

Hinzu komme das geplante Güterterminal in Düren, für das Schienenkapazitäten benötigt würden. IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting kündigte einen Termin beim Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums an. Schließlich sei die Aachener Region das Hinterland der großen Seehäfen Rotterdam und Antwerpen. Und auch der Kreis Düren werde in der geplanten „Metropolregion” mit Bonn, Köln, Düsseldorf und Aachen seine Rolle spielen.

Ihrem Pendleratlas legte die IHK Daten des Landesbetriebes für Information und Technik NRW, basierend auf der Volkszählung von 1987 und dem Mikrozensus von 2006, zugrunde. Die Bevölkerung der Region wuchs in dieser Zeit um 15 Prozent und damit deutlich über dem NRW-Schnitt, bei der Beschäftigtenquote blieb die Region hinter dem Landesschnitt zurück.

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