Jülich: Workshop-Teilnehmer im Big-Band-Rausch

Jülich: Workshop-Teilnehmer im Big-Band-Rausch

Es gibt Menschen, für die die Musik wie eine Droge ist. Und es gibt Musiker, die sich an ihren Instrumenten innerhalb von Minuten in einen regelrechten Rausch spielen. „Das gilt nicht für die gemütliche Blasmusik”, mag so mancher Skeptiker gedacht haben. Wer dieser Meinung war, wurden im grünen Herzen der Herzogstadt eines Besseren belehrt.

Auf der großen Bühne im Stadtgarten waren rund 40 Blasmusiker angetreten, ihre Zuhörer mit einem 90-minütigen Konzert zu begeisterten. Eine Woche lang hatten sie sich im Rahmen des Workshops „Blasorchester im Big Band Rausch”, zu dem die Bläservielharmonie Hambach gemeinsam mit der Musikschule Jülich eingeladen hatte, auf dieses große Abschlusskonzert vorbereitet.

Neben dem Big-Band-Workshop, der bereits zum vierten Mal stattfand, gab es ein Novum. Unter dem Motto „Gemeinsames Musizieren macht Spaß”, sammelten sieben junge Blasmusiker im Alter von zehn bis 13 Jahren drei Tage lang erste Orchestererfahrungen. Das Ergebnis präsentierten sie beim Parkkonzert.

Bei den „Kleinen” war die Nervosität kurz vor dem Auftritt groß. „Ich bin sehr aufgeregt. Ich spiele erst seit einem halben Jahr Posaune. Wir haben im Workshop viel gelernt, trotzdem bin ich jetzt nervös”, erklärte der 13-jährige Johannes Joachims. Auch seinem neuen Kumpel, dem elfjährigen Simon Prinzen war die Anspannung anzumerken. Die war auf der Bühne aber schnell veflogen.

Auf eine Reise quer durch alle Stilrichtungen nahm die junge Big Band im Anschluss ihre Zuhörer mit. Schnelle und spritzige Stücke hatte Workshopleiter Martin Schädlich ausgesucht. Mit „Just a Gigolo” eröffnete die Big Band ihr Konzert. Mit glasklaren Klängen überzeugten die Musiker bereits in den ersten Minuten.

Bei einer Hommage an Andrew Lloyd Webber bewiesen sie, dass sie auch im Bereich Musical sattelfest sind. Das Medley mit Hits aus „Phantom der Oper”, „Starlight Express” und „Cats” wurde mit viel Beifall belohnt. Bei einem Ray-Charles-Medley entfesselten die Posaunen, Trompeten sowie die übrigen Blechinstrumente die Herzen der Musikfreunde. Die besonderen musikalischen Leckerbissen sparte sich die Big Band bis zum Schluss auf.

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