Regen verkürzt Festival in Kofferen: „Woodstock hat meine Generation geprägt“

Regen verkürzt Festival in Kofferen : „Woodstock hat meine Generation geprägt“

Ein bisschen Regen, etwas Verkehrschaos, Wiesen und Felder drumherum und tolle Musik – in Kofferen war dieses Wochenende „Woodstock-Feeling“ angesagt.

Im McMüller‘s Pub feierte Veranstalter Walter Müller gemeinsam mit seinen Gästen von Freitag bis Sonntag das 50. Jubiläum des berühmten Woodstock-Festivals aus Amerika. Dabei traten diverse Solisten und Musikgruppen, wie zum Beispiel das Trio „Summer of Love“ aus Jülich und die Band „Whitherward“ aus den USA auf. Am Sonntag stand Gastgeber Walter Müller sogar selbst im Duett mit Jolina Carl auf der Bühne.

Zu hören waren am Wochenende vor allem Songs aus den 1950er- und 60er-Jahren, wie etwa Lieder von Janis Joplin oder Jimi Hendrix – also „echte Woodstock-Klassiker“, wie einer der beiden Sänger von „Summer of Love“, Michael Dorp, den Gästen erklärte. Denn sowohl Joplin als auch Hendrix waren vor 50 Jahren beim Festival dabei. In Kofferen wurden aber auch „Nicht-Woodstock“-Lieder gespielt, die dennoch das Gefühl dieser Zeit transportierten. Denn viele der damals richtig großen Bands und Sänger, wie die Beatles oder Bob Dylan, traten bei Woodstock gar nicht auf.

Am Freitag erzählte Dorp in den Pausen zwischen den Liedern immer wieder kleine Anekdoten vom Originalfestival. So bekam jeder einen guten Eindruck von dem legendären Festival. Vor 50 Jahren mietete Woodstock-Mitorganisator Michael Lang von einem Milchbauern im kleinen amerikanischen Ort Bethel, nahe Woodstock, eine Wiese. Hier sollte nur kurze Zeit später das berühmt gewordene Festival stattfinden. Es war ein verregneter Sommer, wodurch die Wiese sehr matschig war. Woodstock schrieb damals Schlagzeilen, denn es kamen mehr als doppelt so viele Besucher wie erwartet.

Hippie-Outfit und die passende Musik präsentierte die Jülicher Trio-Formation „Sommer of Love“ mit Sänger Michael Dorp. Foto: Cara Emilia Dühr

Die Organisatoren entschieden daraufhin spontan, dass der Eintritt frei sein solle. Auf den Straßen rund um das Festival herum entstand ein echtes Verkehrschaos, weil knapp eine halbe Millionen Menschen versuchte, das Gelände zu erreichen. Drei Tage wurde friedlich nach dem Motto: „Three Days of Peace and Music“ gefeiert. Walter Müller hat diesen Slogan für sein Fest aufgegriffen und ein wenig abgeändert zu „Three Days of Love and Peace“ – der Leitgedanke seiner Veranstaltung.

Sänger Michael Dorp bezeichnete Woodstock aber auch als „Event der Gegensätze“. Da Woodstock damals ein harmonisches und „anderes Amerika“ verkörperte, stand es im Kontrast zu einer Zeit, die geprägt war vom Vietnamkrieg, politischen Morden wie dem an Präsident John F. Kennedy oder dem Bürgerrechtler Martin Luther King und gesellschaftlichen Problemen. „Woodstock hat definitiv meine ganze Generation geprägt“, so Müller, der im Sommer 1969 seinen Schulabschluss in Amerika gemacht hatte. „Deshalb liegt mir dieses Festival auch so am Herzen.“

Am Freitagabend trat in Kofferen neben „Summer of Love“ auch die Band „Thin Crow“ auf. Michael Dorp ist Leadsänger in beiden Musikgruppen. Sowohl „Summer of Love“ als auch „Thin Crow“ kamen bei dem Publikum gut an. „Das sind Lieder mit echtem Ohrwurmpotenzial“, kommentierte Besucher Leon Frett aus Titz die Musik. Zu Müllers großer Freude tanzten auch einige Gäste. Aber nicht nur die Musik erzeugte das ganze Wochenende eine tolle Atmosphäre in Kofferen. Müller hatte dafür gesorgt, dass der gesamte Innenhof mit zirkuszeltartigen Eventfallschirmen bespannt war. Durch den bunten Baldachin entstand ein ganz besonderes Licht. Ihren ursprünglichen Zweck, nämlich den Regen abzuhalten, erfüllten die Fallschirme aber nur zum Teil. Deshalb wurde das Fest am Sonntag nach innen verlegt. Doch nicht nur die Kulisse war ein echter Hingucker, sondern auch die bunten Hippieverkleidungen einiger Gäste.

Weitere Events geplant

Auch wenn der Eintritt des Festivals mit 20 Euro nicht ganz günstig war, war die Terrasse des Biergartens am Freitag und Samstag doch gut gefüllt. „Ich hätte mir dennoch ein paar Leute mehr gewünscht“, resümierte Müller. Am Sonntag wurde das Fest aufgrund des Regens und des geschrumpften Publikums etwas verkürzt. Dafür war aber auch der Eintritt frei. „Freitag und Samstag waren zwei wunderschöne Tage. Die Musik war top und die Gäste, die da waren, waren völlig begeistert“, berichtet der Veranstalter zufrieden. Müller plant bereits die nächsten größeren Events, wie zum Beispiel eine Mauerfallparty anlässlich der deutschen Wiedervereinigung.