Jülich: Wohncontainer nur in der allergrößten Not

Jülich: Wohncontainer nur in der allergrößten Not

Die Pläne des Jülicher So­zialamtes zur Unterbringung weiterer Flüchtlinge fanden am Donnerstag politische Zustimmung. Die Fraktionen im Fachausschuss nahmen den Bericht zwar nur „zur Kenntnis“, machten aber ihre Billigung deutlich.

Amtsleiterin Doris Vogel erklärte, dass zunächst Wohnungen angemietet werden sollen und der Kauf oder die Miete neuer Wohncontainer nur bei allergrößter Raumnot erwogen werde. Detlef Strauss (SPD) wollte wissen, ob es bei der Anmietung in der Vergangenheit Probleme gegeben habe. Doris Vogel: „Anfangs haben sich Vermieter gesträubt.“ Inzwischen seien aber Wohnungen angeboten worden, zumal das Sozialamt in den letzten Jahren auf eine „sozialverträgliche“ Belegung geachtet habe. In der Regel gebe es weniger Konflikte mit asylsuchenden Familien als bei einer Belegung mit jungen Männern, die eben dann eher in den stadteigenen Quartieren wohnen.

Dazu zählt bekanntlich der Flachbau vor den Toren von Selgersdorf. Auf Nachfrage bestätigte die Sozialamtsleiterin, dass das Gebäude nur noch im Erdgeschoss genutzt werden könne. In der oberen Etage sei der Sanierungs- und Erneuerungsbedarf enorm. „Der obere Bereich in Selgersdorf wird nie mehr zur Verfügung stehen.“

In Betracht kommen bei weiterer Zuweisung von Asylbewerbern neben Mietwohnungen, die eingeschränkt verfügbar sind, Wohncontainer, die wohl am Sportplatz Mersch aufgestellt würden. Vogel: „Solange wir das ohne Container regeln können, versuchen wir das, aber wir müssen uns diese Option offen halten.“

Die Zahl der Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen wurden, hat sich binnen Jahresfrist fast verdoppelt. Winfried Cremerius (FDP) fragte, was die übergeordneten Behörden denn sagten, wenn die Stadt signalisiert „Nichts geht mehr“. Doris Vogel: „Dann mieten Sie ein Hotel!“ Ausschussvorsitzender Harald Bleser (SPD) erinnerte in der Diskussion daran, dass die Situation in den 90er Jahren „viel schlimmer gewesen“ sei. Davon sei man noch weit entfernt.