Jülich: Wissenschaftler stellen in drei Minuten ihre bahnbrechenden Ideen vor

Jülich: Wissenschaftler stellen in drei Minuten ihre bahnbrechenden Ideen vor

Einer der weltweit veranstalteten Vorentscheide zur Teilnahme an der „Falling Walls Conference“ am 9. November in Berlin fand im Forschungszentrum Jülich statt. Unter dem Motto „Great Minds, 3 Minutes, 1 Day“ hatten 15 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (davon vier aus dem Forschungszentrum) jeweils drei Minuten Zeit, um ihre bahnbrechenden Ideen anschaulich zu vermitteln.

Gefordert waren neues Denken, Ideen, die Mauern — auch in den Köpfen — zum Einsturz bringen.

Die „Falling Walls Conference“ wurde 2009, 20 Jahre nach dem Mauerfall im November 1989, zur Erinnerung an dieses historische Ereignis ins Leben gerufen. Seither finden internationale Innovatoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bei der zweitägigen Konferenz eine Plattform, um wissenschaftliche Trends, Chancen und Problemlösungen vorzustellen, die nach ihrer Überzeugung die Gesellschaft in Zukunft fordern und gestalten werden. In Deutschland fördern unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Helmholtz-Gemeinschaft die „Falling Walls Conference“.

„Wir freuen uns, dass das ,Falling Walls Lab‘ auch in diesem Jahr wieder bei uns zu Gast ist. Das Forschungszentrum bietet Raum für neue Herangehensweisen und kreative Köpfe, die die Wissenschaft weiterbringen und mit neuartigen Ideen die großen Herausforderungen unserer Zeit angehen“, sagte Prof. Wolfgang Marquardt in seiner Begrüßung.

Neben dem Vorstandsvorsitzenden des Forschungszentrums Jülich bildeten Prof. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, und neun weitere Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation, Wirtschaft und Stiftungen die Jury.

Zukunftsweisende Ideen

Paolo Cádiz Bedini (Photovoltaik, „Silanes with Sound“), Anna Degen (Biotechnologie, „Bacteria with engineered antibiotics“) und Sofie Valk (Hirnforschung, „Breaking the wall between us“) überzeugten die hochkarätig besetzte Jury mit ihren zukunftsweisenden Ideen am meisten und lösten damit ihr Ticket nach Berlin.

In der Bundeshauptstadt werden sie sich wie die weiteren Finalisten aus den Vorentscheiden mit ihren Ideen vorstellen. Die aus ihren Reihen gekürten drei Sieger werden die Gelegenheit erhalten, mit international führenden Innovatoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren.

Ein hochinteressanter Programmpunkt war der Vortrag von Dr. Henning Beck zum Thema „What is a thought? — How the brain creates new ideas“ (Was ist ein Gedanke? — Wie das Gehirn neue Ideen kreiert).

Darin vertrat der Neurobiologe und Deutsche Meister im Science Slam die Meinung, dass es niemals dazu kommen werde, dass ein Super-Computer die Welt regieren würde („No super-computer will ever rule the world“). Verkürzt ausgedrückt leitete er seine Argumentation daraus ab, dass das Arbeitsmaterial des Computers (data) messbar sei, dass des menschlichen Gehirns (idea) hingegen nicht.

(jago)
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