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Jülich/Berlin: Wissenschaft bangt um guten Nachwuchs

Jülich/Berlin : Wissenschaft bangt um guten Nachwuchs

Die Wissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland bangt um ihren Nachwuchs. Betroffen sind auch Forschungszentrum Jülich (FZJ) und RWTH Aachen.

Es geht um so genannte Befristungsregelungen. Einmütig haben zum Beispiel Fraunhofer Institute, Helmholtz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft Alarm geschlagen, wie Bundestagsabgeordneter Thomas Rachel (CDU/Düren), Obmann für Bildung und Forschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, erklärte.

Am Mittwoch ist die Angelegenheit Thema im Bundesausschuss für Forschung und Bildung. Zudem soll der Bundestag am Freitag darüber debattieren.

Besagte Befristungsregelungen, die die Beschäftigung von Nachwuchswissenschaftlern betreffen, waren im Zuge des Streites um die Neufassung des Hoschulrahmengesetzes (HRG) gekippt worden, nachdem das Bundesverfassungsgericht die von der rot-grünen Bundesregierung propagierte Neufassung für nichtig erklärt hatte. Es zieht wieder die alte Regelung über zwölf Jahre.

„Dies stürzt Zigtausende von Nachwuchswissenschaftlern in eine ungewisse Zukunft”, warnt zum Beispiel die Max-Planck-Gesellschaft und fordert „schnellstmöglich Rechtssicherheit”. So verlangt die Gesellschaft, dass für „Drittmittelbeschäftigte, deren Finanzierung gesichert ist, eine befristete Beschäftigung über die für Nachwuchskräfte geltende 12-Jahres-Regelung hinaus möglich werden muss”.

Entscheidende Jahre

In der Regel erfolge die Promotion in den ersten sechs Jahren, in den zweiten sechs gehe es um eine Habilitation, ergänzt Rachel. „Wer arbeitslos werden würde, fliegt praktisch ganz raus.”

Weil die Bundesregierung mit ihrer HRG-Novelle vor dem Verfassungsgericht gescheitert sei, „droht eine Klagewelle durch wissenschaftliche Mitarbeiter, die ihre befristeten Arbeitsverhältnisse nach Wegfall der Rechtsgrundlage jetzt als unbefristet ansehen könnten”, argumentiert „Max-Planck”. Für nach altem Befristungsrecht abgeschlossene Verträge müsse es eine nachträgliche Übergangsregelung geben.

Den Bundestagsabgeordneten Rachel haben in dieser Sache eine Reihe von Briefen und e-Mails von jungen Wissenschaftlern erreicht. Er plädiert ganz im Sinne der Forscher für eine Öffnungsregelung.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssten demnach die Möglichkeit haben, „befristete Arbeitsverträge auch außerhalb der starren Grenzen abzuschließen”, wenn die Mitarbeiter „überwiegend aus Mitteln Dritter vergütet und der Zweckbestimmung entsprechend beschäftigt werden”.

Diese Weiterbeschäftigung durch Gelder etwa aus Wirtschaft und Industrie stelle schließlich „keine typische Qualifizierung” mehr da, sondern „bereits eine erste berufliche Stelle”. Rachel über die Bedeutung des Vorschlags der Union: „Wir haben die gesamten Forschungseinrichtungen auf unserer Seite!”