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Jülich: Wird Grundstückspreis zum Hauptargument?

Jülich : Wird Grundstückspreis zum Hauptargument?

Die Diskussion um Altenpflegeheime in Jülich wird intensiv fortgesetzt.

Hildegard Viehöver (CDU) schlug im Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss vor, in der Sitzung am Montag, 19. Juli, solle der Ausschuss einen eigenen Vorschlag zum Thema erarbeiten und die Angelegenheit nicht direkt an den Rat verweisen, wie es die Stadtverwaltung vorgeschlagen hatte.

Außerdem sollte ihrer Meinung nach die Stellungnahme des Bauvereins abgewartet werden und die sozialen Aspekten sowie Komponenten bedacht werden.

Da nicht allen Fraktionen die Pläne der Bewerber vorliegen, wurde fraktionsübergreifend die Beschlussfassung auf die nächste Sitzung verschoben.

Erstaunlich ist, dass die Verwaltung genau wie die Fraktionen größere Unterschiede in den Vorschlägen erkennt, aber - wie Beigeordneter Martin Schulz einräumt - nicht über alle Pläne der Interessenten verfügt. Bis auf ein Projekt hätten die geplanten Heime den „Charme” eines Hotels mit entsprechend langen Fluren und ließen auf eine „08/15”-Planung schließen, war zu hören.

In einem Antrag hatten CDU und FDP eine Entscheidung darüber, welcher der drei Bewerber um das Grundstück „Am Wallgraben” - Carpe Diem, Ursula Schmidt GmbH, CMS consulting - zum Zuge kommen soll, in der Ratssitzung am 21. Juli gefordert.

Zusätzlich interessiert sich Dipl.-Ing. Friedrich Hermans (Kempen, Kreis Viersen) für den Standort „Dr.-Weyer-Straße”.

Friederike Doose (SPD) befürchtet, dass nicht das bessere Konzept sowie die altengerechtere Unterbringung der Bewohner, sondern der höhere Kaufpreis für den Zuschlag bei der Vergabe des Projektes entscheidend sein könnte.

„Wer die Anlage ,Gut Köttenich in Aldenhoven der Ursula Schmidt GmbH kennt, weiß, das deren Projekte für die Jülicher Senioren am besten ist”, legte sich Doose fest.

Kulturdezernent Joachim Krause vertritt die Meinung, dass die einst bei der Bedarfserhebung des Kreises ermittelten 180 Altenheim-Plätze ausreichen und drei zusätzliche Einrichtungen mit rund 240 Plätzen zu viel sind. Der Ausschuss teilt diese Ansicht nicht.

Den Vorschlag von Wolfgang Anhalt (SPD), zunächst einen Bebauungsplan aufzustellen und dann einen Interessenten auszusuchen, sieht Beigeordneter Schulz als nicht sinnvoll an, da sich dieser dann nicht frei entfalten kann.

Im Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss wird am heutigen Donnerstag, 1. Juli, ab 16 Uhr ein Vorentwurf über die Planung des Altenheimpflegeheims der Malteser auf dem Gelände des Krankenhauses vorgestellt.