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Titz: W.I.R. will die Mehrheit der CDU in Titz brechen

Titz : W.I.R. will die Mehrheit der CDU in Titz brechen

Die Übersetzung für das Kürzel W.I.R. wird im Logo gleich mitgeliefert: Wählerinnen und Wähler im Rat Titz. Gerade gut vier Monate alt, schickt sich die Unabhängige Wählerinitiative an, die Kommunalpolitik der kleinen Landgemeinde durcheinanderzuwirbeln.

Die Grundidee für die neue Gruppierung brachte Dieter Riemenschneider aus Hasselsweiler in Umlauf. Der hatte Ende vergangenen Jahres Ärger mit der Gemeindeverwaltung, die durch eine Zweiterschließung seines Grundstücks an der Mittelstraße auch eine Wertsteigerung konstatierte und ihn zu Anliegerbeiträgen heranziehen wollte.

„Wir wollten nicht immer nur nörgeln und jammern, sondern die Leute mobilisieren”, sagte sich Riemenschneider und setzte diesen Impuls auch in die Tat um: Mitte Januar warf der ehemalige Polizeibeamte mit seiner Lebensgefährtin einen Flyer in die 3623 Briefkästen der Gemeinde.

Unzufriedenheit in Gemeinde

Schon bei seiner Tour durch Titz schloss der Initiator schnell Kontakt zu Gleichgesinnten. Nach einem ersten Treffen Ende Januar in Rödingen folgte bereits am 5. Februar die Gründungsversammlung. Die Eile ist verständlich, denn seinerzeit wurde als Kommunalwahltermin noch der 7. Juni gehandelt.

Dieter Riemenschneider, der zum Vorsitzenden von W.I.R. gewählt wurde, stellte bei einer Befragung der Bewohner der Mittelstraße fest, dass er mit seiner Unzufriedenheit mit der Gemeinde nicht alleine steht. Den Satz „Die Bürger sollten im Zentrum des Verwaltungshandelns stehen”, möchte auch 2. Vorsitzender Gregor von Contzen mit Leben erfüllen.

Der Dipl.-Verwaltungswirt sagt das mit einer gewissen Erfahrung im Rücken. Der gelernte Autoschlosser holte später auf der Abendschule sein Abitur nach und begann seine Verwaltungslaufbahn im Kreishaus Aachen. Seit 2002 ist er Abteilungsleiter im Straßenverkehrsamt Aachen.

Mit diese Erfahrung im Rücken, zu der auch die Führung seiner 20 Mitarbeiter zählt, war von Contzen praktisch der geborene Bürgermeisterkandidat von W.I.R., die bereits 35 Mitglieder zählen und unlängst neben von Contzen auch ihre Kandidaten für die Wahlbezirke aufstellten sowie die Reserveliste für die Kommunalwahl am 30. August wählten.

„Die Bürger sollen merken, dass wir uns kümmern”, beklagt der vierköpfige Vorstand, dass es im Titzer Gemeinderat „keine wirkliche Opposition gibt”. Zudem fehlt den Unabhängigen in der aktuellen Kommunalpolitik der menschliche Faktor. Welche konkreten Folgen die Entscheidungen im Rat auf einzelne Gruppen hätten, werde dabei kaum bedacht.