Aldenhoven: Winterdienst: Hilfe der Landwirte unverzichtbar

Aldenhoven: Winterdienst: Hilfe der Landwirte unverzichtbar

Nach den Erfahrungen des letzten schneereichen Winters will die Gemeinde Aldenhoven den Winterdienst verbessern.

Zwar war der gemeindliche Bauhof im Dauereinsatz, doch ohne die Mithilfe der Landwirte in den kleineren Orten der Gemeinde wäre es in den Tagen nach Heiligabend in Dürboslar, Engelsdorf, Freialdenhoven, Langweiler, Niedermerz und Schleiden nicht möglich gewesen, die Lage in den Griff zu bekommen.

Die Bauern spannten Räumschilde, die ansonsten für das Abschieben der Bankette entlang der Wirtschaftswege dienen, hinter den Traktor und räumten den Schnee von den Fahrbahnen. Sie erwiesen sich besonders in engen innerörtlichen Wohngebieten als flexibler und wendiger als die zu Räumfahrzeugen umfunktionierten Lkw.

Aber die für die Wirtschaftswegeunterhaltung bestimmten Räumschilde werden üblicherweise gezogen. Das bedeutet, dass beim innerörtlichen Schneeräumen der Traktor mit zwei Personen bestückt sein muss, um Schäden zu vermeiden.

Eigentlich seien diese Räumschilde nur im Notfall geeignet, wie Bürgermeister Lothar Tertel es ausdrückt, weil durch die starren Schilde hoch stehende Kanaldeckel beschädigt werden könnten. Neuere Räumschilde seien mit einer Gummilippe versehen, die bei solchen Hindernissen flexibel reagieren.

Dennoch ist der Bürgermeister natürlich froh über die Hilfe der Landwirte in dieser Notsituation. Vor künftigen Einsätzen müssten aber steuer- und versicherungsrechtliche Fragen geklärt sein.

Tertel strebte darüber hinaus an, die Feuerwehrfahrzeuge mit sogenannten Kommunalkupplungen auszustatten, um diese mit Schiebeschilden bestücken zu können. Zwei solcher Schilde sollten beschafft werden, davon eines für das kleine Kommunalfahrzeug Multicar, um Bürgersteige und Zuwegungen zu Schulen und Kindergärten freihalten zu können.

Aber zu seinem Leidwesen sei der Gemeinderat ihm dabei nicht gefolgt, weil eine teilweise Kreditfinanzierung hiermit verbunden gewesen wäre. Also wird es auch künftig nicht ohne eine Notvereinbarung mit den Bauern gehen.

In der Streusalzbeschaffung stehen zurzeit Überlegungen für eine zentrale Beschaffung und Bevorratung auf der Ebene des Kreises an.

Die deutlich höheren Aufwendungen des Winterdienstes haben ihren Niederschlag in der gemeindlichen Gebührenkalkulation für 2011 gefunden. Zugrunde gelegt werden jeweils die drei letzten Jahre. Da auch der Winter 2009/2010 streng und kostspielig war, wurden die Gebühren um rund 40 Prozent angehoben. Im kommenden Jahr werden sie weiter ansteigen.

Mehr von Aachener Zeitung