Windpark bei Linnich: Immissionswerte werden nicht überschritten

Windpark bei Linnich : Immissionswerte werden nicht überschritten

Die Anfrage liegt knapp vier Monate zurück. Michaela Körffer (PKL) hatte im November im Linnicher Stadtrat geschildert, dass bei Ostwind von den Anlagen des Windparks Körrenzig-Kofferen-Hottorf eine erhebliche Schallbelastung ausgehe, die bis in die Ortsmitte Körrenzigs zu vernehmen sei.

Außerdem sei zu beobachten, dass sich die Windkraftanlagen bei starkem Wind nicht abschalten, wie sie es eigentlich müssten. Der Kreis Düren als Genehmigungsbehörde wurde damals aufgefordert, Schallmessungen vorzunehmen.

Das Umweltamt des Kreises bestätigte, dass seit der Einrichtung von neun Windkraftanlagen des Typs Senvion 3.2 M114 „gelegentliche Beschwerden aus den Ortschaften Hottorf, Kleinbouslar oder Kofferen über erhöhte Schallbelastung“ vorgebracht worden waren. Bei allen Messungen, die zum Teil von den Beschwerdeführern selbst ausgelöst worden waren, seien „keine Überschreitungen der zulässigen Immissionswerte“ festgestellt worden.

Abschaltautomatik variiert

Das Kreisumweltamt ging auch auf die Nicht-Abschaltung der Windkraftanlagen ein. Tatsächlich variiere die Abschaltautomatik je nach Hersteller. Bei den fraglichen Anlagen im Windpark Körrenzg-Kofferen-Hottorf greift die Abschaltautomatik bei einer Windgeschwindigkeit von gleichmäßig 22 Metern pro Sekunde, nicht aber bei einzelnen stärkeren Böen. „Nach der maßgeblichen Beaufort-Skala handelt es sich bei diesen Windgeschwindigkeiten bereits um Sturm“, erläuterte das Umweltamt. Derlei Windgeschwindigkeiten seien im vergangenen halben Jahr nur „an ganz wenigen Tagen aufgetreten“. Nach Angaben des Kreisumweltamtes zeige die Auswertung des Datenmaterials, dass „die Anlagen vorschriftsmäßig abgeschaltet haben“.

Zumindest, was die Schallemission anbelangt, soll sich in naher Zukunft etwas tun. Der Betreiber der zuletzt errichteten Anlagen will seine Windräder im Sommer offenbar mit neuen Rotorblättern ausstatten. Die Rotoren sollen aufgrund einer optimierten Luftableitung eine deutlich reduzierte Schallbelastung zur Folge haben. „Sollte sich wider Erwarten keine Besserung ergeben“, werde das Kreisumweltamt „weitere Messungen in Erwägung ziehen“, heißt es in dem Schreiben an die Stadt Linnich.

(ojo)
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