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Jülich: Wetter kann das beste Konzept vermiesen

Jülich : Wetter kann das beste Konzept vermiesen

„Saurer Regen” ist ein Thema für Wissenschaftler. Eigentlich hätte es zu Fronleichnam am FH-Tag „Technik für Kinder” im Brücken-Park aber bitterer Regen heißen müssen.

Mit viel Aufwand und Phantasie setzten Studenten und Dozenten der Fachhochschule die Themen in Szene und konnten doch gegen das feuchte Nass vom Himmel wenig ausrichten.

Ebenso ging es den vom FH-hauseigenen Kulturverein AAJ engagierten Musikern und den jugendlichen Tanzgruppen aus Titz, die ab 10.30 bis 21 Uhr gegen fast leere Bänke im Glashaus und auf der Hauptbühne anspielten.

Kinderleicht

Gleiches galt für die geplanten Eröffnung im Glashaus - mangels Masse entfiel sie. Statt dessen ließen sich in entspannter Runde Park-Chefin Dr. Dorothee Esser, Bürgermeister Heinrich Stommel und Park-Chef a.D. Dr. Peter Nieveler von der Leiterin der Fachhochschule, Prof. Angelika Merschenz-Quack, „kinderleicht” an den Ständen der Südbastion in die Materie einführen.

Auf einmal wird die Welt ganz groß - wenn Bakterien unter dem Mikroskop in Bewegung geraten. Da genügt ein Blick keineswegs. Der magische Vergrößerungsapparat passte genau ins Kinderbild von studentischer Arbeit.

Fingerspitzengefühl

Dass Forschung aber einfach Spaß machen kann, zeigte ein Projekt der Gemeinschaftshauptschule Linnich und der FH: Mittels handelsüblicher Spritzen und Schläuche wurden hydraulischen Fahrzeuge bewegt, konnten Greifwerkzeuge an diesen Spielzeug-Baggern bewegt und Gegenstände aufgenommen und transportiert werden. Hier war Fingerspitzengefühl gefragt.

Eher ein feines Nasengefühl brauchen die Chemiker: Verschiedene Düfte konnten olfaktorisch probiert werden, wobei der eindeutige Favorit die 200 Euro teure Mini-Portion Rosenöl war. Gerüche unterscheiden zu können, ist für diese Wissenschaftler überlebenswichtig.

Schon beim Betreten des Labors müssen sie bemerken, ob „die Luft rein ist”. Schult sich hier im wahrsten Sinn der Sinn im Laufe des Studiums, hat der Mensch von jeher ein natürliches Gefühl für alles, was „sauer” ist. Das konnten die großen und kleinen Besucher in kleinen Test selbst erforschen. Mit Teststreifen untersuchten sie vom Toilettenreiniger bis zur Orange verschiedene Materiale.

In kleinen Lichterspielen demonstrierten die Studenten außerdem, wie Salze sich über dem Feuer verhalten. Besonders attraktiv: Kobald, das der offenen Flamme eine blaue Farbe gibt.

Das Konzept ging auf. Die Kinder und Erwachsenen, die in den Brückenkopf-Park zum FH-Tag „Technik für Kinder” kamen, waren begeistert. Die Nachwuchs-Wissenschaftler tummelten sich an den Ständen und waren neugierig bei der Sache.

Angelika Merschenz-Quack wird nicht müde zu betonen, dass Kinder der Wissenschaft viel zugänglicher sind, als man meint. Dass bei ihnen schon früh Leidenschaften geweckt werden können. Der Technik-Tag hat gezeigt, wie es geht und gehen kann. Jetzt müssen sich nur noch die Eltern bewegen lassen, ihre Kinder zum Ort des Geschehens zu bringen.