1. Lokales
  2. Jülich

Jülich: Werk vereint Trauer und Hoffnung

Jülich : Werk vereint Trauer und Hoffnung

Mehr als ein Konzert war die Aufführung des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart in der Jülicher Propsteikirche.

Eingebettet in Kyrie und Agnus Dei von Antonin Dvorák erklang das große Werk Mozarts für Chor und Orchester. Die Geschichte des Komponisten ist eng mit der seines Requiems verbunden. Viele Geschichten ranken sich um die Entstehung dieses Werkes.

Denkwürdig

Die Aufführung des Requiems von Mozart fand in Jülich ein geschichtsträchtiges Datum. Am 60. Jahrestag der Zerstörung unserer Heimatstadt erklang in der Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt dieses Werk, aufgeführt vom Propsteichor, der von Sängerinnen und Sängern aus sieben Jülicher Chören verstärkt und vom Collegium Musicum (Einstudierung Raymond Janssen) begleitet wurde.

Die Gesamtleitung lag bei Ernst Matthias Simons. So wurde den 450 Zuhörern in der überfüllten Kirche ein Abend des Gedenkens, aber auch des Dankens angeboten.

Die Zuhörer lauschten Mozarts Musik , fanden aber auch Zeit zur Besinnung, Zeit zum Nachdenken, zum freudigen Miterleben dieses musikalischen Werkes, das Trauer und Hoffnung einzigartig in sich vereint.

Ernst Matthias Simons gelang es, die gewaltige Stimmfülle des Chores in eine homogene Einheit zu führen, den Klang der Instrumentalisten anzupassen und die Solisten in ihren Parts voll zur Geltung zu bringen.

Mit großer Chordisziplin agierten die Sängerinnen und Sänger, wussten ihr Stimmvolumen bestens anzupassen. Die Einsätze wurden auch an schwierigen fugalen Stellen gemeistert. Das Dirigat des Chorleiters wurde aufmerksam verfolgt und umgesetzt.

Schwieriger gestaltete sich der Part des Orchesters. An einigen Stellen wurden Tempi Probleme deutlich, die jedoch durch die straffe Führung des Dirigenten aufgefangen wurden. Brillant agierten vor allem die Bläser, die besonders klangschön und sauber intonierten.

Die Solisten Cosima Seitz (Sopran), Beate Koepp (Alt), Markus Francke (Tenor) und Rolf Schmitz-Malburg (Bass) gefielen durch großes Stimmvolumen und musikalische Aussagekraft. Bei einigen Passagen wurden sie leider zu stark vom Orchester überdeckt.

Insgesamt boten beide Ensembles und die Solisten eine reife Leistung. Sie brachten das Werk von Wolfgang Amadeus Mozart ausdrucksstark und mit großer Innigkeit zu Gehör.

Die beiden Sätze aus der Messe in D von Antonin Dvorák passten sich besonders in Tonart und Thematik dem Hauptwerk des Abends an. Das „Dona nobis pacem”, mit dem das Agnus Dei endet, führten das Bild des Gedenkens an die Schrecken des Krieges weiter zu der Vision des Friedens, dem Ziel, das alle Menschen auf unserem Planeten zu ihrem ureigensten Anliegen erklären und leben sollten.