Linnich: Wer Linnicher Grasland will, sollte auch Weidetiere halten

Linnich: Wer Linnicher Grasland will, sollte auch Weidetiere halten

Bis zum 31. Oktober des kommenden Jahres haben all jene, die Land von der Stadt Linnich gepachtet haben, Zeit, sich zu überlegen, ob sie dies dann für weitere zehn Jahre so halten möchten — wenn sie es denn können. Die Einschränkung kommt nicht von ungefähr.

Mit einer überarbeiteten Pachtordnung hat der Haupt- und Beschwerdeausschuss der Festlegung von Prioritäten zugestimmt. Eine solche Abstufung gab es bisher nicht.

Es geht um rund 112 Hektar Weideland und etwa neun Hektar Ackerland, die die Stadt Linnich zurzeit in Pacht gegeben hat. Interessant sind dabei in allererster Linie die Weideflächen. Künftig soll ab dem 1. November 2014 bei der Pachtvergabe Landwirten mit eigener Viehwirtschaft erste Priorität eingeräumt werden. Sonstige Personen mit Viehwirtschaft kommen an zweiter Stelle. Landwirtschaft ohne Viehwirtschaft und sonstige Personen, beispielsweise Jäger, erhalten die niedrigste der drei Prioritätsstufen.

Warum diese Abstufung erfolgte, stellt die Verwaltung klar. Es geht darum zu verhindern, dass man auf Land der Stadt Linnich Profit macht. Und das ist heute möglich.

Heu zu Geld

Wer kein Vieh besitzt, aber auf dem gepachteten Weideland Heu macht und das verkauft, macht Gewinn. Es soll aber auch derzeit schon Fälle geben, dass Landwirte ihr Vieh auf Weiden in der Eifel grasen lassen und Heu auf Linnicher Wiesen ernten.

Mit der neuen Regelung werden alle Uhren auf Null gestellt. Einen Bestandsschutz für heutige Pächter, nach dem Hartmut Mandelartz (PKL) im Ausschuss fragte, wird es nicht geben. Und auch „unsere Hobby-Pferdehalter“, wie es Cato Hilfert von den Grünen formulierte, werden nicht auf verkürzte Pachtlaufzeiten hoffen können. Ab dem 1. November 2014 gilt eine Pachtlaufzeit von zehn Jahren, wobei ein Pachtjahr ab 2015 mit dem Kalenderjahr identisch ist.

Einher mit diesen Neuregelungen geht auch eine Anhebung des Pachtpreises. Der Grundbetrag für Acker steigt von 260 auf 296 Euro pro Hektar, der Grundbetrag für den Hektar Grünland erhöht sich von 200 auf 228 Euro. Hinzu kommt ein Erhöhungsbetrag pro Bodenpunkt und Hektar von 2,40 Euro (bisher 2 Euro).

(ojo)
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