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Wenn Talent auf Trainingsfleiß trifft...

Wenn Talent auf Trainingsfleiß trifft...

Kreis Düren. „Natürlich freue ich mich, Botschafter für den Sport des Kreises Düren zu sein. Aber über die 1000 Euro freue ich mich auch. Ich weiß noch gar nicht, was ich mit dem Geld anfangen soll. So viel hatte ich noch nie.”

Der zwölfjährige körperbehinderte Florian Moll aus Merzenich, fünffacher Internationaler Deutscher Jugendmeister im Schwimmen, strahlte übers ganze Gesicht, als er sich jetzt das dunkelblaue Polohemd mit dem gelben Botschafter-Schriftzug auf Brust und Rücken überstreifte.

Florian Moll ist damit für ein Jahr Sport-Botschafter des Kreises Düren. Er und vier weitere Botschafter sollen dem Rest der Welt vor Augen führen, was man erreichen kann, wenn Talent auf Trainingsfleiß trifft.

„Im Sportausschuss gab es eine Allparteien-Koalition: Wir haben einstimmig fünf herausragende junge Athleten ausgewählt, die ein sehr breites Sportspektrum repräsentieren”, berichteten Landrat Wolfgang Spelthahn und Gerd Clemens, stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses, als sie der Öffentlichkeit jetzt die fünf Vorbilder vorstellten.

Botschafter für den Sportes des Kreises Düren sind außer Florian Moll der Heimbacher Boxer Artur Hofmeister (Faustkämpfer Düren-Grüngürtel), die Bogenschützin Christina Schäfer (RSG Düren), der Fußballer Sven Schaffrath (Bayer Leverkusen Amateure) und Anne Weigel, Spezialistin fürs Sportschießen auf die Laufende Scheibe (Sportschützen Ford Düren).

Sie alle erhielten ihr Hemd und eine Prämie von je 1000 Euro, die die Rurtalbahn gestiftet hat. Bei herausragenden Veranstaltungen - etwa die Einweihung der neuen Kunststofflaufbahn Mitte August oder der Arena Kreis Düren - werden sie „Flagge für den Sport zeigen”.

Die „Vorbilder für die Jugend” haben selbst noch große Ziele. So will Sven Schaffrath, der das Fußballspielen bei Germania Binsfeld gelernt hat, Profifußballer werden. Sein Abiturzeugnis hat der Wirteltor-Gymnasiast seit wenigen Tagen in der Tasche, ein Studium an der Sporthochschule Köln vor Augen („Ich will nicht aus dem Lernen herauskommen”).

Doch eigentlich will sich der Abwehrspezialist, der mit Bayer Leverkusens Reservemannschaft den Aufstieg in die Regionalliga knapp verpasst hat, im bezahlten Fußball etablieren. „Junge Stürmer werden vom Trainer schon mal ins kalte Wasser geworfen; als Abwehrspieler werde ich wohl drei, vier Jahre brauchen, um mein Ziel zu erreichen.”

Dank seines enormen Trainingsfleißes schwimmt Florian Moll auf einer Erfolgswelle. Sechsmal pro Woche trainiert der Schüler des Rurtal-Gymnasiums. Neben körperlicher Fitness, Selbstbewusstsein und Medaillen hat ihm das den vom Kreis Düren verliehenen Titel „Sportler des Jahres” eingebracht.

Vom Hightech-Bogen, dem Sportgerät, mit dem sich die 21-jährige Christina Schäfer in der nationalen Spitze etabliert hat, war Landrat Wolfgang Spelthahn fasziniert. Ihr Ziel ist es, ins Nationalteam zu kommen.

Anne Weigel, Europameisterin 2003 in der Junioren-Einzeldisziplin Laufende Scheibe, würde gerne mehr als zweimal pro Woche trainieren. Von Olympischen Spielen träumt die 17-Jährige, die bei Visteon zur Industriemechanikerin ausgebildet wird, aber nicht: Die Männerdisziplin wurden aus dem olympischen Katalog gestrichen, die Frauen gehörten nie dazu. „Das ist ungerecht”, findet die Ford-Schützin.

Artur Hofmeister schließlich ist einer der besten Nachwuchs-Boxer. Unter anderem zieren ein Deutscher Meistertitel und drei Vize-Titel seine Erfolgsbilanz im Kampf Mann gegen Mann.