Welz: Welz als gelunges Beispiel für Integration

Welz: Welz als gelunges Beispiel für Integration

Seine Tätigkeit als politischer Koordinator des Arbeitskreises für Bau und Verkehr hatte Oliver Krischer, Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grüne nach Aachen geführt.

Einmal in der Nähe seines Wahlkreises und seines Heimatortes Düren besuchte er auf Einladung seines Linnicher Parteifreundes Cato Hilfert sowie des Linnicher Ortsverbandes die Flüchtlingsunterkunft in Welz. Er hatte schon von ihr gehört, denn Welz steht für eine beispielhafte Flüchtlingsbetreuung.

Nicht nur die Mitarbeiter der Stadt Linnich engagieren sich im besonderen Maße, auch der Initiativkreis Asyl hat so manches bewerkstelligt. Freundlich aufgenommen wurden die Flüchtlinge auch von der Initiative „Welz aktiv“ und damit auch von der Dorfbevölkerung. Es läuft gut in Welz, Sprachkurse werden von Ehrenamtlichen durchgeführt, es existiert eine Fahrradwerkstatt und es finden sich immer wieder Freiwillige, die die Flüchtlinge bei Behördengängen oder zum Arzt begleiten. Es wurden bereits Begegnungsfeste durchgeführt und auch zu Karneval waren die Flüchtlinge eingeladen.

Geben und Nehmen

Rund 70 der 148 im Linnicher Stadtgebiet lebenden Flüchtlinge sind in Welz untergebracht. Neben den städtischen Mitarbeitern kümmern sich im Initiativkreis rund 50 Helfer um diese Menschen. Ein Problem gibt es allerdings auch in Welz. Wer die Örtlichkeiten im Linnicher Stadtgebiet kennt, weiß, wie gefährlich, eng und kurvenreich die Straße zwischen Rurdorf und Welz ist. Doch gerade sie wird von den Asylbewerbern genutzt, um zu Fuß nach Linnich zu gelangen.

Um die Situation etwas zu entschärfen, wurde der Fußweg von der Unterkunft bis zur Kreisstraße oberhalb der „Welzer Alpen“ von den Welzer Bürgern mit den Flüchtlingen wieder instand gesetzt. Damit umgehen sie wenigstens die gefährlichen und schwer einzusehenden Serpentinen. Als Dankeschön machten sich die jungen Männer, nachdem sie zwei Tage an dem Weg geschuftet hatten, auf und brachten die öffentlichen Beete im Dorf in Ordnung. Dies alles wurde dem Bundestagsabgeordneten vorgestellt, doch Stefan Helm, die für die Stadt in der Flüchtlingsbetreuung tätig ist, mahnte einen weiteren Umstand an.

Solange die Flüchtlinge auf die Genehmigung zum Bleiben warten, sind sie gut betreut und erfahren viele Hilfe. Problematisch wird es in dem Moment, wo ihnen Bleiberecht zugesprochen wird. Dann stehen sie alleine da. Dann, so sagte Helm, müsse es auch Unterstützung geben. So arbeitet der Linnicher Initiativkreis zurzeit schon an Patenschaften, die über die Wartezeit hinausgehen.

(Kr.)