Jülich: Weltmusik, die für sich spricht, erklingt im KuBa

Jülich: Weltmusik, die für sich spricht, erklingt im KuBa

Ein erstklassiges Doppelkonzert quer durch die Musikkulturen am „bundesweiten Tag des Flüchtlings“ im Rahmen der „interkulturellen Woche“ feierte Premiere im Kulturbahnhof, zudem unter neuem Vorsitz des veranstaltenden Vereins „Kultur ohne Grenzen“. Vorsitzende Dr. Nicole Hilbrandt weilte in New York, so begrüßten Stellvertreterin Karin Stracke und Schatzmeister Hartmut Capellmann das Publikum.

Star der ersten sechsköpfigen Formation ist das Multitalent Djeli Kouyaté aus Guinea, Frontsänger und Songwriter seiner neuesten Band „Blackback“. Die Band besteht aus Querflötistin Katrin Sons, Keyboarder Frederik Raumann und Bassist Johannes Nadel aus Deutschland, Trommler Titina Camara aus Guinea und Schlagzeuger Beuz Thiombane aus dem Senegal.

Mit einem Mix aus groovigen Afro-Rhythmen, Jazzeinfärbungen und Reggaebeats, gekrönt vom virtuosen Spiel Kouyatés auf exotischen Musikinstrumenten, zog das internationale Ensemble sofort das Publikum in seinem Bann. Jedes Solo erntete begeisterten Szenenapplaus, die Zuhörer bewegten sich rhythmisch auf ihren Plätzen, ein Paar hielt es schon beim zweiten Stück nicht mehr auf seinen Stühlen und tanzte vor der Bühne.

Kouyaté spielte das Balafon, ein westafrikanisches Xylophon, das in seiner Musikerfamilie selbst gebaut wird, das typisch afrikanische Daumenklavier „Kalimba“ und die Akustikgitarre. Dazu sang er in der afrikanischen Sprache „Zouzou“ Lieder mit Titeln wie „Kokoda“ (Seid ihr bereit) „Assalam aleykum“ (Friede sei mit dir), „Jobe“ (Arbeit) oder „Gayi“ (Beschneidung). Letzteres Stück thematisiert Kouyatés Kampf gegen die sehr weit verbreitete weibliche Genitalverstümmelung in „seinem Land“.

„Weltmusik, die für sich spricht“, wie Karin Stracke es bei ihrer Anmoderation treffend ausdrückte, brachte das „Public Peace Orchestra“ in der zweiten Stunde des interkulturellen Konzertes auf die Bühne. Frontmann ist Bassist, Komponist und Instrumentenexperte Adrian Maruszczyk aus Aldenhoven, bekannt von seinen alljährlichen „Guitar- and Basstivals“ in der Aldenhovener Nikolaus-straße. Seine Band heißt „Gadu Gadu“, was auf polnisch Gespräch oder Unterhaltung bedeutet. Maruszczyk übersetzt es „Word Music“, ein bisschen Jazz, Ethno und Pop, geprägt von viel Rhythmus und Energie.

Im Mittelpunkt kommunizierten Maruszczyk, Sopransaxophonist Sven Rossenbach und Querflötistin Michelle Kuban miteinander. Die Drummer Lukas Kuban und Matthias Philipzen, Pianist Ralf Konzen und Gitarrist Joel Braun vervollkommneten den einzigartigen Sound, der durch ausgeweitete Arrangements mit erweitertem Instrumentarium in dieser Konstellation entsteht. Die Zuhörer tauchten ein eine aus multikulturellen Impressionen gewebte Magiemusik, stets mit osteuropäischem Touch. Die gespielten Stücke aus dem „Gadu-Gadu“-Album „Terra Incognita“ heißen etwa „Playground“, „Mama Africa“, „Messiah“ oder „Don Sahib“. Wenig überraschend fanden die beiden hervorragenden Bands ihren Rhythmus in gemeinsamen Zugaben, den Stücken „Mandela“ und „Silly soteh“.

Das begeisterte Publikum spendete anhaltenden Applaus und kaufte die angebotenen CDs.

(ptj)
Mehr von Aachener Zeitung