Weltkriegs-Granate explodiert in Linnich

Ein leicht Verletzter : Weltkriegsgranate explodiert in Linnich

Eine Phosphor-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Montagnachmittag bei Bauarbeiten an der Erkelenzer Straße in Linnich explodiert. Nach Angaben der Feuerwehr wurde eine Person leicht verletzt.

Wie die Polizei auf Nachfrage weiter mitteilte, sei die Bombe bei Baggerarbeiten neben einem Supermarkt explodiert. Der Mitarbeiter des Unternehmens, der mit einer Baggerschaufel auf die Granate gestoßen war, verletzte sich nur leicht und suchte später selbstständig einen Arzt auf. Die Granate, die eine Flamme freisetzte, nachdem die Baggerschaufel die Hülle beschädigt hatte, wurde zunächst wieder zugeschüttet.

Phosphor reagiert mit Sauerstoff, indem es sich entzündet. „Deswegen ist es ratsam, solche Funde mit Erde zu bedecken, damit sie keinen Kontakt zu Sauerstoff haben“, sagte Dirk Putzer vom Kampfmittelräumdienst, der nach Linnich gerufen worden war, um die Granate einzusammeln und später unschädlich zu machen. „Das Wichtigste ist aber die eigene Gesundheit. Wenn bei einem solchen Fund beispielsweise Rauch zu sehen ist, sollte man Abstand halten und die Polizei verständigen, ohne weitere Maßnahmen zu ergreifen.“

Der Linnicher Fund vom Montagnachmittag war nach Putzers Angaben eine sogenannte Gewehrgranate, die Soldaten im Bodenkampf vor dem Lauf ihres Gewehrs montiert hatten, um sie abzuschießen. „Bei Waffenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg ist auch 75 Jahre später noch große Vorsicht geboten. Das hat man in diesem Fall gesehen“, sagte Putzer.

Er verwies auf einen Unfall mit einer Granate im vergangenen Jahr im Wald vor dem Forschungszentrum. Zwei Jugendliche hatten mit einer Weltkriegsgranate hantiert und wurden dabei schwer verletzt. Der Experte entschied sich am Montag schließlich dafür, die Phosphor-Granate luftdicht in einem Metallzylinder zu deponieren, um sie abtransportieren zu können.

Da ein Teil der Phosphor-Füllung bereits aus der Granate ausgetreten war und für Rauchentwicklung gesorgt hatte, wurde das betroffene Erdreich zugeschüttet und anschließend in eine Tonne gefüllt, die Putzer ebenfalls abtransportiert hat. Ein Großeinsatz ist aus der Explosion nicht geworden, keine Straßen mussten gesperrt, keine Menschen evakuiert werden.

Das Grundstück, auf dem die Baggerarbeiten liefen, liegt zwischen einer Tankstelle und einem Supermarkt. Beide hatte die Feuerwehr zunächst sicherheitshalber geschlossen. Später, nachdem Putzer die Lage vor Ort eingeschätzt hatte, konnte der Betrieb uneingeschränkt weitergehen.

Für den Kampfmittelexperten war die Linnicher Phosphor-Granate ein alltäglicher Einsatz. Nachdem er die Situation in Linnich bereinigt hatte, musste er weiter nach Königswinter. Auch dort gab es einen Granaten-Fund.

(jan)