Düren: Welches Papier für welches Werk und welchen Künstler

Düren: Welches Papier für welches Werk und welchen Künstler

In diesem Jahr feiert das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren das Jahr des Papiers. Seit nunmehr 625 Jahren besteht die deutsche Papierherstellung. Gleichzeitig begeht das Papiermuseum Düren sein 25-jähriges Bestehen.

Aus diesem Grund präsentiert das Leopold-Hoesch-Museum noch bis Sonntag, 31. Mai, erstmals weltweit die Ausstellung „Paper is part of the picture. Europäische Künstlerpapiere von Albrecht Dürer bis Gerhard Richter“, die 160 Meisterblätter aus 600 Jahren Kunstgeschichte vereinigt.

Parallel plante das Leopold-Hoesch Museum unter Leitung von Dr. Renate Goldmann mit Dr. Alexandra von dem Knesebeck als Projektleiterin eine internationale Expertentagung.

Die Tagung fand vom 18. bis 21. März in Kooperation mit der Universität Bonn und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und unter Mitarbeit des Metropolitan Museums und der Pierpont Morgan Library, beide New York, statt. Tagungsort war das Tagungszetrum von Kanzan Spezialpapiere und das Leopold-Hoesch-Museum in Düren. Das Hauptaugenmerk lag auf der Frage, aus welchen ästhetischen Überlegungen heraus Künstler Papiere für ihre Arbeiten wählten und wie sich hierin zeitgeschichtliche Kontexte widerspiegeln.

Prof. Margaret Holben Ellis, Direktorin des Thaw Conservation Centers der Pierpont Morgan Library, New York, und Professorin für Restaurierung am Institute of Fine Arts, New York University, führte in das Thema ein. Sie stellte ihre aktuellen historisch-philosophischen Forschungen über die Restaurierung von Kunstwerken auf Papier vor.

Es folgten weitere zwölf Vorträge an zwei Tagen zu Künstlern, angefangen von Albrecht Dürer bis zu Gerhard Richter. Marjorie Shelley, Leiterin der Abteilung für Restaurierung am Metropolitan Museum New York, hielt ein Referat über Papiere für Pastelle im 18. Jahrhundert. Am dritten und letzten Tag endete die Tagung mit einer Podiumsdiskussion im Leopold-Hoesch Museum und einer Exkursion zur Papierfabrik Zerkall Renker und Söhne.

Das immens große Interesse wurde alleine daran erkennbar, dass alle 80 Teilnehmerplätze schnell vergeben waren. Vertreten waren die verschiedensten Berufe: Kunsthistoriker ebenso wie Leiter grafischer Sammlungen, Restauratoren neben Papiermachern und Papierhistorikern aus Berlin, Hamburg, Essen, Freiburg, Dresden, Frankfurt, Leipzig und Tübingen sowie aus Europa und den Vereinigten Staaten.