Opherten: Weiße Camargue-Pferde eröffnen die neue Reithalle

Opherten : Weiße Camargue-Pferde eröffnen die neue Reithalle

„Über drei Jahre Vorbereitung zwischen Diplomatie und Krötenschlucken, zwischen praktischem Irrsinn und gelebtem Naturschutz“, so beschreiben Susanne Renker und Jan Schenk die Zeit, die bis zum Eintreffen der Baugenehmigung für ihre Pferdebewegungshalle am Capitelshof verstrichen ist.

Im Juni 2014 war es so weit, zwei Monate später startete das Abenteuer mit dem ersten Spatenstich.

Der Capitelshof ist mit der Geschichte Ophertens eng verbunden, in seinem heutigen Erscheinungsbild verleiht er dem Dorf einen besonderen Charme. Fährt, radelt oder wandert man von Titz Richtung Opherten, verspürt man bei sonnigem Wetter einen Hauch Camargue — weiße Pferde grasen auf weiten Wiesen, die Gebäude schmiegen sich in die leicht hügelige Landschaft, alter Baumbestand spendet Schatten, über einem Teich schweben Libellen, Vogelgesang verleitet zum Träumen — es ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde rund um den Hof.

Die neue Reithalle ist unauffällig ins Gesamtbild integriert, als Nebenaspekt ist der alte Ophertener Graben wiederbelebt worden, in dem nach einem ergiebigen Regen das Wasser stehenbleibt. „Ganz so wie früher“, merkte ein alt eingesessener Ophertener an, der ebenso wie das gesamte Dorf und alle Freunde, die das Entstehen der Halle mitverfolgt haben, zur Einweihung eingeladen war.

Unter dem Motto „Camargue-Pferde im 4-Eck“ wurden den Besuchern die vielfältigen Fähigkeiten der von der Statur her relativ kleinen weißen Pferde demonstriert, wobei neben der sportlichen Leistung die Lockerheit und der Spaß im Vordergrund standen. Die Camargue-Reiter Siebengebirge, das Gestüt d‘Issel und die Capitelshofer präsentierten beim fröhlichen Rendezvous der ambitionierten und engagierten Tierfreunde besondere Formen aus ihrem Repertoire wie Quadrille, Trident, Piaffe oder pas de deux à quatre und vielfältige Reiterspiele.

Ein attraktiver Höhepunkt waren die Demonstrationen von Fabian Hellstern, der als „Akrobat mit Camargue-Pferden“ schon auf Pferdemessen das Publikum begeistert hat. Sein fliegender Wechsel von einem aufs andere Pferd wurde auch in Opherten bestaunt und mit Beifall bedacht. Tilam nutzte als alter Bewohner des Capitelshofs sein Vierbeiner-Vorrecht, ein wenig Zirkus zu machen. Susanne Renker und Jan Schenk sind nicht nur Pferdenarren im besten Sinn, sondern auch Fans der Rockmusik der 60er bis 80er Jahre und so spendierten sie den Besuchern zur Halleneröffnung nach dem Pferdeprogramm Livemusik mit der Coverband „Ex‘n Rock“.

Die Halle steht und sieht rundum prächtig aus. Für die Bauherren war die Zeit eine emotionale Berg- und Talfahrt. Susanne Renker drückt es so aus: „Nutznießer der ganzen Angelegenheit sind nicht nur wir, sondern auch unser kleiner Freund Steinkauz. Der hat sich hier schon immer wohl gefühlt.“ Bewiesen sei das mit fünf Küken in seiner Nisthöhle.

(jago)