Jülich: Weinfans schwärmen auf den Schlossplatz

Jülich : Weinfans schwärmen auf den Schlossplatz

Das 19. Jülicher Weinfest ist Vergangenheit, die 18 Winzer aus Rheinland-Pfalz haben sich verabschiedet — mit einem lachenden Auge, denn die Besucherzahlen beim viertägigen Event auf dem Schlossplatz waren imposant. Es dürften um die 15.000 Gäste beim diesjährigen Weinsommer in der Herzogstadt gewesen sein.

„Von unserer Seite aus gibt es keine Klagen, wir fahren vollends zufrieden nach Hause. Und wir freuen uns jetzt schon auf das kommende Jahr, wo wir mit dem 20-Jährigen eine kleine Jubiläumsveranstaltung feiern.“ Das sagte der Sprecher der Winzer, Volker Schäfer, und sah am frühen Sonntagabend geschafft aus. Das galt für seine 17 Kollegen im gleichen Maße. Denn an den vier Tagen, in denen sie ihrem Stammpublikum und den anderen Weinliebhabern ihre edlen Tropfen kredenzten, blieb fast keine Zeit zum Entspannen.

Der Ansturm der Gäste hatte schon gleich mit dem Öffnen der Stände begonnen. Da waren es noch zwei Stunden hin, ehe mit einem kräftigen Plopp der Korken aus der Methusalemflasche flog und das Event damit auch offiziell durch Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs und Weinprinzessin Alina Scholtes eröffnet wurde. Zuvor musste der Bürgermeister allerdings die eine oder andere Frage beantworten und outete sich dabei als „Fast-Weinexperte“. „Ich komme jedes Jahr dem Expertenwissen ein bisschen näher“, scherzte er. Um dann mit tatkräftiger Hilfe seines Beigeordneten Martin Schulze und der Weinprinzessin den Inhalt der 6-Liter-Sektflasche auf viele Gläser zu verteilen. Dem sich der obligatorische Rundgang zu den 18 Winzerständen anschloss.

Die lauschigen Sommerabende und das Ambiente des Schlossplatzes sorgten dafür, dass sich das Weinfest erneut zu einem Besuchermagneten entwickelte. Der größte Andrang herrschte am Freitagabend, als rund 5000 Gäste die Verkaufs- und Probierstände aus den Anbaugebieten Nahe, Mosel, Pfalz und Rheinhessen belagerten. „Die leichten Sommerweine waren der Renner“, bestätigte Volker Schäfer den aktuellen Trend, wobei die alkoholärmeren Tropfen — man spricht dann von 0,5 bis 1 Volumenprozent weniger Alkohol — bevorzugt wurden. Und es dürften Hektoliter Wasser gewesen sein, die die Winzer heranschafften, denn eine schöne Weinschorle mundete bei solchen Temperaturen vorzüglich.

Klimawandel

Apropos Temperaturen: Dass der Klimawandel auch den Winzern zu schaffen macht, erfuhren die Besucher, die sich per Themenverkostung ausführlich über den Jahrgang 2017 informieren ließen, dabei zum Beispiel einen Sauvignon kosteten. Eine Rebe, die es vor rund 40 Jahren in den Anbaugebieten von Rheinland-Pfalz nicht gab. „Aber die globale Erwärmung, auch in unseren Weinbergen, hat dafür gesorgt, dass wir diese Rebsorte nun ohne Probleme keltern können. Diese Sorte wäre in früheren Jahrzehnten absolut nicht reif geworden“, verriet Schäfer seinen Kunden. Gefachsimpelt wurde viel, wenn es denn die Zeit angesichts des Besucherandrangs erlaubte.

Auffallend war in diesem Jahr, dass die Freiflächen hinter den Verkaufsständen jetzt zum Picknick genutzt wurden. „Es ist toll, dass unser Weinfest von so vielen Jugendlichen besucht wird. Die machen es sich dann auf einer Decke gemütlich“, blickte die Jülicherin Luisa — seit fünf Jahren ist sie als Aushilfe im Ausschank dabei — auf das bunte Treiben auf den Schlossplatzwiesen. Drangvoll ging es natürlich an den 18 Ständen der Weinmacher zu. „Aber alles gesittet, wir haben keinerlei Grund zum Klagen, auch vom Rettungsdienst, der wie immer präsent war, gibt es nichts Negatives“, berichtete der Sprecher der Winzer aus der Abschlussbesprechung. Die fiel — wie schon erwähnt — ausgesprochen positiv aus.

Auch bei Hans Pinell, dem Leiter des Jülicher Ordnungsamtes, waren keine Klagen angekommen. So waren alle am Weinfest Beteiligten mit dem 19. Event mehr als zufrieden.

Vom 11. bis 14. Juli 2019 steht die 20. Auflage in Jülich auf dem Programm.

Da sind die Winzer schon jetzt gefordert. „Lange ausschlafen geht nicht, gleich Mittwoch früh geht es in die Weinberge. Denn die Vorarbeiten für die Lese, die schon Ende August beginnt, die warten nicht“, meinte Schäfer, als er sich am späten Sonntagabend auf die Heimreise nach Mettenheim begab.

(hfs.)