Jülich: Weiberfastnacht: „Plastikstadt” Jülich für einen jecken Tag?

Jülich: Weiberfastnacht: „Plastikstadt” Jülich für einen jecken Tag?

Die fünfte Jahreszeit hat zwar gerade erst begonnen, die Planungen fürs „Finale” laufen aber schon auf Hochtouren. Dabei erleben die Jecken in der Jülicher City Weiberfastnacht 2010, am 11. Februar, eine Premiere: In der Innenstadt herrscht dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Glasverbot.

Entsprechende Pläne trug Robert Houben von der Kreispolizeibehörde im Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport vor. Die Kommunalpolitiker waren zwar sehr daran interessiert, wie die Ordnungshüter diese Vorgabe umsetzen, hatten aber keine grundsätzlichen Einwände gegen die „Plastikstadt” für einen Tag.

Flaschen und Gläser, gleich welcher Größe, werden an diesem Tag einkassiert und sofort entsorgt. Damit soll Jülich dem Beispiel Düren folgen, wo diese Maßgabe schon umgesetzt worden ist - mit einigem Erfolg, wie Robert Houben im Jülicher Rathaus darlegte. Dort wurde die Zahl der Schnittverletzungen erheblich reduziert. Und dieses „Potenzial” ist in der Herzogstadt nicht viel kleiner.

Über 100 „Versorgungsfälle”

Besuchen die zentrale große Veranstaltung auf dem Dürener Kaiserplatz um die 4500 vornehmlich junge Leute, sind es in der Jülicher Zeltdisco auf dem Schlossplatz zwar fast die Hälfte weniger. Die Zahl der „Versorgungsfälle” aber ist in etwa gleich hoch (ca. 120 bis 150).

Wer sich an die Frühjahrssäuberung auf dem Schlossplatz erinnert, dem ist schnell klar, wieviele Scherben dort auch Monate nach Karneval noch zu finden waren. Das Glasverbot soll sich nach dem Willen der Polizei nicht nur auf die unmittelbare Umgebung der Zeltdisco beschränken, sondern die gesamte City (also bis Marktplatz und Hexenturm) umfassen.

Aus dem Ausschuss wurde angeregt, auch den von vielen Schülern frequentierten Propst-Bechte-Platz in die Verbotszone einzubeziehen.

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