Inden/Altdorf: Wegekreuz erinnert an die alte Kirche in Pier

Inden/Altdorf: Wegekreuz erinnert an die alte Kirche in Pier

Die Waagmühle in Inden/Altdorf ist das jüngste Neubaugebiet der Gemeinde Inden. Hier haben sich auch viele Bürger aus Alt-Pier angesiedelt, das gerade Stück für Stück von der Bildfläche verschwindet.

Um die Erinnerung an die alte Heimat wach zu halten, hat sich unter den Pierer Anwohnern schon früh eine Planungs- und Arbeitsgruppe gebildet, der Günter Hauke, Gerd Breuer, Gerd Bölling, Karl-Josef Marx, Karl-Heinz Nahrings, Hans-Wilhelm Mäurer, Herbert Schlächter, Friedhelm Nußbaum, Werner Peters und Hans-Josef Caspers angehören.

Kirchenglocken im Ort

Erstes Projekt der Gruppe war eine Erinnerungsstätte an der Pierer Straße, wo unter anderem die ehemaligen Kirchenglocken und aus Steinen der ehemaligen Kirchenmauer erstellte Stelen an den Heimatort erinnern.

Projekt Nr. 2 wurde vom Aachener Weihbischof Karl Börsch, der gerade auf einer Visitation das Dekanat Langerwehe-Inden besuchte, eingeweiht.

In der Verlängerung der Grüntalstraße ist das ehemalige Turmkreuz der Pfarrkirche St. Marien unbefleckte Empfängnis Pier am Fuße der Rheinbraun-Kippe auf einem Sockel, der ebenfalls aus Steinen der ehemaligen Kirchenmauer gemauert wurde, als schlichtes Wegekreuz errichtet worden. Eine Granitplatte, in die der Ursprung des Kreuzes nachzulesen ist, schmückt das kleine Denkmal.

Bei der kurzen Einweihungszeremonie war in direkter Nachbarschaft ein großformatiges Bild zu sehen, das im Februar 2012 aufgenommen wurde, als der Turm des bereits 2009 säkularisierten Gotteshauses abgebrochen wurde.

Das Kreuz, das eine goldfarbene Kugel krönt, war damals noch 6,50 Meter hoch. Es wurde bei den Abbrucharbeiten indes so stark beschädigt, dass jetzt nur noch eine Höhe von 3,20 Metern übrig geblieben ist. Zum Glück hatten Gerd Breuer vom Kirchenvorstand und Günter Hauke seinerzeit die Kreuzfragmente und die zweiteilige Kugel geborgen, die nun wieder eine Einheit bilden. Umgeben ist das Kreuz von Grünpflanzen, die vom alten Pierer Friedhof und dem Vorplatz der Kirche stammen.

Als Sprecher der Anliegergruppe begrüßte Herbert Schlächter zu der Feierstunde neben Weihbischof Börsch und Pfarrer Dominik Heringer auch viele ehemalige Pierer sowie den Landtagsabgeordneten Peter Münstermann.

Schlächter erläuterte kurz die Vorgeschichte, erwähnte die Sponsoren, die an der Errichtung der Gedenkstätte beigetragen haben und nicht zuletzt die Planungs- und Arbeitsgruppe, die das Projekt ins Werk gesetzt und aus eigener Tasche Dinge finanziert hat, die bei der Arbeit noch fehlten.

Stück alter Heimat

Weihbischof Börsch sprach von mehr als 30 Wegekreuzen, die es in der Gemeinde Inden gebe. Es sei ihm eine Freude, dass er eines einweihen dürfe, das für viele Menschen ein Stück alter Heimat darstelle. „Das Kreuz ist eine Realität in jedem Leben“, schlug er den Bogen vom biblischem Symbol zur Lebenswirklichkeit der Gläubigen, die dem Kreuz nicht ausweichen sollten.

Gleichzeitig solle es den Menschen zeigen, dass „wir nie allein sind“ und unser Leben nicht auf dem Friedhof endet.

Sodann besprenkelte der Aachener Weihbischof das Kreuz mit Weihwasser und betete mit denen, die gekommen waren, ein Vaterunser, bevor zum geselligen Teil übergegangen wurde.

(ahw)
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