Linnich: Wasserverband setzt auf Kommunikation mit Stadt und Bürgern

Linnich: Wasserverband setzt auf Kommunikation mit Stadt und Bürgern

Es war ein denkwürdiger Tag in Linnich. Ratsveteran Hans-Friedrich Oetjen (SPD) würdigte das „einmalige Ereignis“ entsprechend. Mit Dr.-Ing. Joachim Reichert trat erstmals ein Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) vor den Rat. Begleitet wurde Reichert vom Dezernenten Abwasser, Dipl.-Ing. Thomas Rolfs.

Allerdings handelte es sich weniger um einen Antrittsbesuch des Verbandsfunktionärs. Vielmehr hatte der Rat um sein Erscheinen gebeten, um Stellung zu beziehen zur Zusammenarbeit mit der Stadt.

Anlass war die eine halbe Million Euro teuere Baumaßnahme an der Pumpstation des WVER im Kreuzungsbereich Alte Kirchstraße/Rurtalstraße in Rurdorf.

An der Vorgehensweise des Verbands hatten sich im Frühjahr die Gemüter erhitzt. Der Vorwurf: Der Verband habe agiert, ohne seine Baumaßnahme im Detail mit der Stadt und der Dorfbevölkerung abzusprechen.

Vor allem eine ursprünglich ausgewiesene Umleitung zum Sportplatz — sie sollte durch Linnich und über Wirtschaftswege zurück zum Rurtalstadion führen — hatte Protest hervorgerufen.

„Es gab Irritationen in Rurdorf“, räumte Reichert ein. „Wir haben uns dann aber schnell geeinigt.“ Tatsächlich war die unmittelbar vor dem Sommer-Cup asphaltierte Umfahrung der Baustelle eine funktionierende Überganglösung, die derzeit immer noch besteht.

Dipl.-Ing. Rolfs schilderte dem Stadtrat noch einmal die Geschichte der umfangreichen Baumaßnahmen, die bereits im Februar 2016 der Stadt vorgestellt worden war — damals noch mit einem Hochbauteil und einem Treppenzugang zu der zweigeschossigen Pumpstation.

Bauprojekt wurde vorgestellt

Auf Drängen der Stadt entfiel der unerwünschte Hochbau. Es wurde neu geplant. Im Januar dieses Jahres wurde das jetzige Bauprojekt dem Linnicher Fachausschuss vorgestellt.

Es sieht einen tunnelähnlichen Zugang von der Hangseite zu der Pumpstation vor. Den damals schon gegebenen Hinweis auf das Fußballturnier und das erhöhte Verkehrsaufkommen zum Stadion hatte der Projektleiter möglicherweise unterschätzt.

„Wir haben daraus gelernt“, versicherten Rolfs und Reichert unisono. Der Verband werde künftig die Kommunikation forcieren. Dazu zähle eine frühzeitige Einbindung von Stadt und Vertretern des jeweiligen Ortsteils.

Zudem wolle man danach trachten, die geplante Maßnahme so zu visualisieren, also bildlich darzustellen, dass sich jeder „das spätere Straßenbild vorstellen“ könne. Vor allem vor der endgültigen Vergabe der Maßnahme soll die Planung noch einmal vorgestellt werden.

Und der Verband will künftig die Information der Öffentlichkeit intensivieren und laufend mit Anwohnern und Betroffenen in Kontakt stehen.

Der WVER hält sich an den neuen Kodex. „Am 7. Oktober werden wir einen Tag der offenen Baustelle anbieten“, kündigte Rolfs an. „Das haben wir noch nie getan.“ Dann könne jeder sehen, wie das mit dem Abwasser in Rurdorf läuft.

(ojo)