Jülicher Land: Wann löst der Briefkasten die Wahlurne ab?

Jülicher Land : Wann löst der Briefkasten die Wahlurne ab?

Bei der Landtagswahl hatten in den fünf Nordkreis-Kommunen bis heute schon gut 12.600 Wahlberechtigte die Gelegenheit, per Briefwahl ihre Stimme abzugeben. Durchweg ist die Marke von 20 Prozent überschritten worden. „Der Trend ist eindeutig — über alle Wahlen hinweg“, sagt Franz-Josef Krieger, Leiter des Wahlamtes im Aldenhovener Rathaus, der die Statistiken seit 2004 beobachtet.

Je nach Wahlbeteiligung kann der Anteil der Briefwähler an den Wählern insgesamt auf teils schwindelerregende Werte steigen. 45 Prozent Briefwähler zu 55 Prozent Urnenwählern hat Krieger bei kommunalen Wahlentscheidungen schon registriert. „Ich warte noch auf den Tag, an dem es mehr Brief- als Urnenwähler gibt“, sieht er vorläufig kein Ende dieses Trends.

Aktuell haben 2252 von 10.135 wahlberechtigten Aldenhovenern Briefwahlunterlagen angefordert, gut 400 mehr als bei der Landtagswahl 2012. Demgegenüber ist die Zahl der Stimmbezirke um zwei vermindert worden: In Siersdorf gibt es nur noch einen statt vorher zwei und im Zentralort ist die Zahl von drei auf zwei reduziert worden.

Das hat zur Folge, dass in der Merzbachgemeinde nur noch 89 Wahlhelfer benötigt werden, die jeweils 28 Euro Erfrischungsgeld erhalten, die das Land komplett refinanziert.Die Rekrutirung der Wahlhelfer gestaltete sich so einfach, dass Krieger sogar „zu viele gehabt hat“. Die haben eine Chance, wenn im Herbst erneut gewählt wird.

Aus Jülich meldet Stefan Mersch vom Wahlamt, dass von 24.767 Wahlberechtigten bis Freitag mittag 5537 Briefwahlunterlagen angefordert und teilweise auch schon im Rathaus gewählt haben. In den fünf Briefwahlbezirken ist bei der Auszählung am Sonntag also sehr viel zu tun.

Insgesamt sind in der Herzogstadt 186 Wahlhelfer im Einsatz, um die die Verwaltung in den letzten Wochen in all ihren E-Mails geworben hatte. Ohne die Reduzierung der Wahlvorstände von acht auf sechs Personen hätte das kaum geklappt. „Viele Reservisten haben wir nicht“, bekennt Mersch und hofft, dass es am Wahlsonntag keine Ausfälle gibt.

5700 Wahlberechtigte, 1310 Briefwähler und 72 Wahlhelfer sind die Eckdaten aus dem Indener Rathaus, die der Verwaltungsleiter Michael Linzenich am Freitagmorgen übermittelte. Auch in der Umsiedlungsgemeinde wird beim Erfrischungsgeld der Mindestbetrag von 28 Euro gezahlt.

In Linnich werden sogar 35 Euro pro Wahlhelfer ausgegeben, von denen 144 in den Wahllokalen und bei der öffentlichen Auszählung ehrenamtlich Dienst tun, wie Markus Clemens aus dem Rathaus verriet. Die Gewinnung neuer Wahlhelfer habe sich „relativ entspannt“ gestaltet, berichtet er weiter, da auch einige Erstwähler für diese Aufgabe verpflichtet worden seien. Wegen der auf 2006 gestiegenen Zahl der Briefwähler bei 10 113 Wahlberechtigten ist die Zahl der Briefwahlbezirke in Linnich vorsorglich von drei auf vier erhöht worden.

Schon am Mittwoch vermeldete die Gemeinde Titz, dass von 6609 wahlberechtigten Bürgern 1503 Briefwahlunterlagen angefordert haben, wie Kerstin Hesse aus dem Rathaus der Landgemeinde berichtete. Bei 126 Wahlhelfern fehlten zwar nominell vier Mitstreiter in den Wahlvorständen, doch in kleineren Orten seien die entsprechend verkleinert worden.

Die Wähler aus Spiel und Sevenich müssen sich am Sonntag auf ein anderes Wahllokal einstellen: Da der gewohnte Wahlraum im Pfarrheim nicht zur Verfügung steht, ist der Ort der Stimmabgabe kurzfristig in die Alte Schule, Denkmalstraße 30, verlegt worden.

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