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Barmen: Wahre Ovationen danken Pater Manfred Karduck

Barmen : Wahre Ovationen danken Pater Manfred Karduck

Vor 35 Jahren rief Pater Manfred Karduck (OSFS) das beliebte „Overbacher Adventssingen” ins Leben.

Die Resonanz aus der Bevölkerung war so überwältigend, dass in diesem Jahr erstmals Konzerte an drei aufeinander folgenden Tagen organisiert wurden, um der steigenden Nachfrage mit genügend Sitzplätzen begegnen zu können. Das Adventssingen am Sonntag war zugleich das letzte Konzert von Pater Karduck als Orchesterleiter, dessen Nachfolge Stephan Hebeler antritt.

Besinnliche Einstimmung

Unter der Moderation von Pater Günter Gödde mit besinnlichen Gedanken zum bevorstehenden Fest stand das Konzert von Kinderchor und Jungem Chor (dirigiert von Martin te Laak), Jugendblasorchester, Bläserseptett, Bläserensemble und Solotrompeter Stephan Hebeler zunehmend unter spanischem und südamerikanischem Einfluss.

Neben bekannten deutschsprachigen Weisen wie „Wachet auf” oder „Maria durch ein Dornwald ging” erklangen auch das lateinische „Ave Maria” , das „Adora al nino” (Kinderchor) oder das vierteilige „Navidad Nuestra” (Junger Chor), das die Suche Marias und Josefs nach einer Unterkunft, die Geburt Jesu, die Anbetung der Hirten wie die der Heiligen drei Könige in Noten fasst.

Bewundernswert ist die Leistung der jungen Musiker, von denen einige sowohl im Chor als auch im Orchester mitwirken, und die in gewohnter Professionalität und Begeisterung mit drei Konzerten in Folge Freude bereiteten.

Ebenfalls Bestandteil des Adventsprogramms war ein Weihnachtsspiel aus der Feder der Deutsch- und Erdkundelehrerin Annette Marquardt. Begleitet von Liedern aus Puerto Rico, Mexiko und Venezuela und dem Auftreten Marias und Josefs führten zwei Mädchen ein Gespräch mit ihren Großvater (Englisch- und Religionslehrer Detlef Ernstes) über die schwierige Frage: Wann muss ich meinen Verstand einschalten und wann kommt es hauptsächlich auf das Herz an? In einer Art Kopfkino gelang es schließlich beiden „Techno-Kids”, die Weihnachtsbotschaft neu zu überdenken.

Höhepunkt der Veranstaltung am Sonntag war die offizielle Verabschiedung von Pater Manfrd Karduck, zu der etwa 100 Gäste geladen waren, darunter auch Prälat Arnold Poll.

In seiner Laudatio lobte Direktor Heinz Lingen die „außerordentliche Ausdauer und Kompetenz” des Orchesterleiters und unterstrich noch einmal dessen Wesensmerkmale: „spiritueller Tiefgang und rheinischer Frohsinn”. Daraus leitete er auch dessen Erfolgsrezept ab: „Ohne Tiefgang kann man nicht froh sein.”

Niemals geht man so ganz

Wie Lingen schon bei der Verabschiedung des Ordensmanns aus dem Amt des Stellvertretenden Schulleiters bemerkt hatte, hob er auch jetzt noch einmal hervor: „Niemals geht man so ganz.” So bleibt der temperamentvolle Pater dem Gymnasium als Schulbeauftragter des Ordens erhalten, der es sich auch in Zukunft bestimmt nicht nehmen lassen wird, musikalische Schulveranstaltungen zu besuchen und zu begleiten. Minutenlanger Applaus bezeugte die Beliebtheit des Geistlichen.