Opherten: Vier jecke Brüder für ein lautes Alaaf

Opherten: Vier jecke Brüder für ein lautes Alaaf

Zum jecken Jubiläum „6 x 11 Johr“ wartet die Ophertener KG „GV Frohsinn“ mit einer Besonderheit auf. Die vier Küppers-Brüder Georg (50), Harald (48), Detlef (46) und Dietmar (43) stellen das Dreigestirn mit Prinzenführer.

Nach Recherche der KG „hat es sowas im Brauchtum des Karnevals deutschlandweit noch nicht gegeben. Das ist ein Glücksgriff, den wir in den nächsten 100 Jahren bestimmt nicht mehr hinbekommen“, meint Vorsitzender Herbert Lingens, der sich erneut mit Simone Paar die Rolle des Sitzungspräsidenten teilt. Wie viele derartige Ideen nahm aus diese aus einer Bierlaune heraus Gestalt an. Das ist aber schon mindestens zwei Jahren her. Eins war klar: „Wenn, dann machen wir das zum Jubiläum“.

Die Rollenverteilung fiel nicht schwer: Georg als Ältestem gebührte die Prinzenrolle, Dietmar war in der Session 97/98 schon einmal Jungfrau im Dreigestirn und schlüpfte deshalb jetzt in die Rolle des Bauern. Außerdem ist Deflef „der femininste“. Weil Harald zwei kleine Kinder hat, wählte er sogleich die Rolle des Prinzenführers. „Wenn der mal ausfällt, ist das nicht so schlimm“, war seine Überlegung.

Die vier Brüder, denen man die Verwandtschaft deutlich ansieht, sind erst seit der Neugestaltung der 1950 gegründeten KG vor fünf Jahren Mitglied. Seitdem „kommen immer mehr Leute dazu, alles Ophertener Jungs und Mädchen“. Die Freude darüber ist groß, denn den Ophertenern ist „der einheimische Karneval wichtig“, wie Simone Paar es ausdrückte.

„Hier tritt jeder auf, mit Mann und Maus“, betonte Lingens die Sitzungsgestaltung durch Eigengewächse und Kinder des Ortes, schon alleine zur Schonung des Budgets. Im vierten Jahr tanzt das Brüderquartett schon beim Ophertener Männerballett „Sexy Kneeng“. „Die vier Küppers sind so keck, mache dat Drejestirn und alle Jecke jeck“, ist ihr Sessionsmotto. Ihre Mutter „Rosemie“, eine waschechte Ophertenerin, „is ne richtige Karnevalsjeck, ein Ophertener Original mit dem richtigen Riecher“.

Der aus Jackerath stammende Vater Willi ist leider schon verstorben. Ihre Rolle als Dreigestirn mit Prinzenführer wollen die Brüder „normal und bodenständig“ gestalten, die „Etikette wahren“. Sie haben ein großes Gefolgte aus 42 Leuten, aber (noch) kein spezielles Lied. Vielleicht soll es ja auch ein Tanz werden? „Trinken können sie auch gut“, preist Lingen schmunzelnd ihre Geselligkeit an. Ferner sind alle Küppers-Brüder Gladbach-Fans.

Weil die vereinseigenen Ornate nicht passten, haben sie ihre Kostüme beim Korschenbroicher Ausstatter maßschneidern lassen und dabei „auf jedes Detail geachtet“, nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“. Bevor es nun zum Fototermin ins Rampenlicht geht, zückt Jungfrau „Detlefine“ noch einmal ihr Spiegelchen.

(ptj)