Jülich: Viele wollen auf den Chefposten im Jülicher Brückenkopf-Park

Jülich: Viele wollen auf den Chefposten im Jülicher Brückenkopf-Park

In der Herzogstadt ist man vor Überraschungen nicht gefeit. Das gilt auch für die Donnerstag endende Ausschreibung der derzeit prominentesten Position in Jülich und seinen kommunalen Gesellschaften: der Geschäftsführung des Brückenkopf-Parks.

Erstaunlich fanden es viele, dass vor der Suche einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers von Dr. Dorothee Esser nicht die lange beabsichtigte strategische Neuausrichtung der Freizeiteinrichtung erfolgte.

Das dazu auserkorene außerparlamentarische Gremium — ein weiterer von inzwischen vielen Arbeitskreisen — hätte auch die „Munition“ gehabt, denn fast alle Fraktionen des Stadtrates haben ihre Positionen zum Brückenkopf-Park und ihre Vorschläge schriftlich vorgelegt. Nein, die Ausschreibung erfolgte ohne diese Grundüberlegungen, enthielt dafür eine andere Überraschung: Gesucht wird ein neuer führender Kopf, der auch in Jülich wohnt — oder hierhin zieht. Das nennt man Residenzpflicht.

Da dürften einige Kandidatinnen und Kandidaten vor einer logistischen und mentalen Herausforderung stehen, wenn ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt sein sollten. Denn nach Angaben von Bürgermeister Axel Fuchs — Interimsgeschäftsführer der Park-Betreibergesellschaft — sind bis Dienstag genau 50 Bewerbungen „aus der gesamten Republik“ eingegangen. Das Interesse ist also da. „Das freut mich“, sagte Fuchs im Gespräch mit der Redaktion.

Die zugrunde liegende Ausschreibung ist nach seiner Information von der Brückenkopf-Park gGmbH erstellt und vom Arbeitskreis Brückenkopf-Park geprüft worden. Sie erhielt „bis auf zwei kleine redaktionelle Änderungen“ Zustimmung und wurde letztlich vom Stadtrat bestätigt.

Auch der Verwaltungsleiter ist von der Residenzpflicht überzeugt: „Ich halte das für sinnvoll, weil der oder die Neue in Jülich aktiv Netzwerke betreiben muss. Deswegen ist es wichtig, permanent vor Ort zu sein und aktiv am Gesellschaftsleben teilzunehmen.“

Die Verpflichtung auf den Wohnort Jülich sei nicht gedacht gewesen, um den Teil der Bürgerschaft, der weder von der Landesgartenschau noch vom Brückenkopf-Park begeistert war, zu überzeugen. „Aber jemand vor Ort hat dazu eher die Chance. Man muss Jülich leben“, sagte Axel Fuchs.

Wie geht es nun weiter? Das Verfahren wurde von Verwaltung und Kommunalpolitik noch nicht abschließend beraten. Der Bürgermeister will das im nichtöffentlichen Teil der Haupt- und Finanzausschusssitzung nächste Woche machen.

Abzusehen ist aber, dass die vorliegenden Bewerbungen auf Erfüllung der Kriterien geprüft werden und dann eine Vorauswahl erfolgt. Das wird vermutlich zum Jahresbeginn 2018 geschehen. Die geeignet erscheinenden Frauen und Männer dürften dann im Stadtrat ihre Vorstellungen darlegen. Dessen erste Sitzung im neuen Jahr soll im Februar stattfinden.

Mehr von Aachener Zeitung