Jülicher Land: Viele Unternehmen im Jülicher Land suchen noch Auszubildende

Jülicher Land: Viele Unternehmen im Jülicher Land suchen noch Auszubildende

Das neue Ausbildungsjahr hat bereits am 1. August begonnen, freie Lehrstellen gibt es aber immer noch. Viele Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden — wie die Firma „Winweb Informationstechnologie GmbH“, ein Software-Entwickler für Unternehmen der Fleischwirtschaft in der Gemeinde Aldenhoven, stellvertretend illustrieren soll.

Ausbildungsleiterin Dorothea Wellems (57) konnte vier Auszubildende dazu gewinnen. Die Suche hat sich schwierig gestaltet: Vor allem mit der Lage seines Standorts in Niedermerz habe das Unternehmen zu kämpfen. „Viele junge Leute wollen lieber in Richtung Aachen, also in der Stadt, studieren“, hat Wellems bemerkt.

Wichtig sei es deshalb, die Bewerber im persönlichen Gespräch von Winweb zu überzeugen. „Als kleines Unternehmen sind wir sehr flexibel. Zudem arbeiten die Auszubildenden sehr schnell im echten Betrieb, und wir bieten ihnen viele Chancen, sich auf Lehrgängen weiterzubilden.“

Ein weiteres Problem bei der Suche nach neuen Auszubildenden, sei das Image der Fleischindustrie. Für Cem Köse war das kein Kriterium: „Ich kenne die Branche gut, da meine Eltern selbst in der Fleischindustrie arbeiten.“ Der 27-Jährige hat seine Ausbildung bei Winweb dieses Jahr begonnen. Aufmerksam geworden ist er über das Studienabbrecher-Programm „Switch“. Nach der Zusage hat Köse nicht lange gezögert und noch vor Ausbildungsbeginn ein zweimonatiges Praktikum bei seinem Ausbildungsbetrieb absolviert.

„Ich wollte das Unternehmen und die Leute schon mal kennenlernen. Die Kollegen sind nett, und es herrscht eine flache Hierarchie.“ Derzeit arbeitet Köse im Support. Winweb sucht momentan noch Anwendungsentwickler, Fachinformatiker und Industriekaufleute. „Gerne mit wirtschaftswissenschaftlichen oder technischen Vorkenntnissen“, sagt Wellems. „Wir stellen gern noch bis Ende des Jahres ein, wenn ein Bewerber unseren Anforderungen entspricht.“

Noch etliche Betriebe suchen Bewerber für das aktuelle Ausbildungsjahr. Dabei ist der Anteil der mit einer Lehrstelle versorgten Bewerber um 8,6 Prozent (1985 von 2393) im Vergleich zum Vorjahr kreisweit (1828/2236) angestiegen. Viele unversorgte Bewerber, aber auch viele freie Lehrstellen; Klaus Jeske (Agentur für Arbeit) nennt einen der Hauptgründe für das Problem: „Oftmals warten die Arbeitgeber auf bessere Bewerber, die jedoch nicht kommen.“

Der Anspruch sei gestiegen, weshalb sich viele Unternehmen weigern, vermeintlich schwächere Bewerber zu nehmen und dann gar nicht ausbilden. Deutlich wird das am Beispiel des Berufs Verkäufer(-in): Hier gibt es 29 interessierte, aber unversorgte Bewerber und zugleich 47 freie Lehrstellen.

Für Bewerber und Arbeitgeber hat die Agentur für Arbeit eine kostenlose Hotline: Telefon0800/4555500. Infos auch unter: www.arbeitsagentur.de.

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