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Eröffnung des Koslarer Geschichtspfades: Viele Orte in Koslar sind einfach verschwunden

Eröffnung des Koslarer Geschichtspfades : Viele Orte in Koslar sind einfach verschwunden

Der Geschichtsverein Koslar hatte für Sonntag zur feierlichen Enthüllung einer überdimensionalen Fototafel an den Mauern der Bürgerhalle eingeladen.

Mit dem Bild des Rathauses, in dem von 1910 bis in die späten 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts der Amtsbürgermeister mit seinen Ratsherren über die Belange von sieben Gemeinden entschieden (Barmen, Bourheim, Broich, Engelsdorf, Floßdorf, Koslar, Merzenhausen), ist der erste Abschnitt des Koslarer Geschichtspfades eröffnet.

„Genau an dieser Stelle wurde vor 110 Jahren das auf dem Bild festgehaltene Rathaus gebaut, in dem das seit 1815 bestehende Amt Koslar untergebracht wurde“, erläuterte der 1. Vereinsvorsitzende Peter Wagner. In seiner Begrüßungsrede an die zahlreichen Zuschauer brachte er einige Einblicke in die Geschichte des Amtes und der einstigen Entscheidungsträger ein. Der Geschäftsbericht von 1952 über den Aufbau des im Zweitem Weltkrieg stark beschädigten Gebäudes zeugt vom „Bescheidenheits- und Sparsamkeitsstreben, welches zu vertreten die Räte des Amtes und der Gemeinden stets für notwendig gehalten haben“.

Ende der 60er Jahre wurde das Rathaus als zu klein erachtet und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Doch schon in seiner ersten Arbeitssitzung im neuen Rathaus musste sich der Amtsrat mit der kommunalen Neugliederung und somit mit dem Anfang vom Ende des Amtes Koslar befassen. Der von Peter Wagner diesbezüglich zitierte Presseartikel rief eine sentimental belustigte Reaktion bei den versammelten Koslarern hervor. Unter den damaligen Amtsräten hielt man nämlich die Eingliederung in die Stadt Jülich für keine gute Lösung, stattdessen war die „Bildung der Großgemeinde Koslar das Ziel, das sich der Koslarer Amtsrat gesteckt hat“. Der Ratsherr Schößer betitelte in der allgemein hitzigen Aussprache die Vororte Jülichs als „Stiefkinder der Stadt“ und deklarierte: „Auf keinen Fall werden wir uns von Jülich freiwillig eingemeinden lassen“.

Der mit 20 Bildtafeln angedachte Geschichtspfad sollte an die Plätze und Ereignisse erinnern, die für die Ortsgeschichte und für die hier gelebten Menschen bedeutend waren. „Es gibt in Koslar viele Objekte, die samt ihrer Historie einfach verschwunden sind“, sagt Wagner, „mit diesem Projekt möchten wir darauf hinweisen“. Die Idee wird mit Fotos aus dem Vereinsarchiv realisiert und unterstützt von der Firma „Licht und Schatten“ der Eheleute Iryna und Dr. Helmut Schumacher.

(mavo)