Viele Kerzen zu Ehren der Heiligen Barbara in Gevenich

Andacht statt Lichterprozession : Viele Kerzen zu Ehren der Heiligen Barbara in Gevenich

Eigentlich waren viele Gläubige zur Lichterprozession gekommen, die im Rahmen der Gottesdienste um dem Gedenktag der Heiligen und Nothelferin Barbara auf dem Plan stand.

Aber starker Regen und Wind waren der Grund dafür, dass die Veranstaltung in eine Andacht mit sakramentalem Segen in der Kirche umgewandelt wurde.

„Hilf, dass ich vor dem letzten End‘ empfang das heilige Sakrament, von Gott nur dieses mir erwerb: Dass ich in seiner Gnade sterb‘“. Das ist ein Auszug aus dem vierstrophigen Barbaralied, das die Besucher der Barabaratage in der Pfarrkirche „Heilige Maurische Märtyrer“ in Gevenich anstimmten.

Auf den Bänken vor den Gläubigen aus dem Gevenicher Barbarakapellenverein und anderen Pfarreien brannten die Prozessionskerzen mit Schutzbecher, der Altarraum war zusätzlich zu den in Gottesdiensten üblichen Kerzen mit Lichterketten erleuchtet. Die Pfarrer Stefan Bäuerle und Marian Mertens und fünf Ministranten begleiteten die Feier. Pfarrer Bäuerle betete die Barbaralitanei vor, Lieder wie „Lobe den Herren“ wurden angestimmt.

Zum Schluss und als Krönung der Andacht setzte Pfarrer Mertens das Allerheiligste zur Verehrung „aus“. Die Gottesdienstteilnehmer sangen und beteten vor der in der Monstranz befindlichen konsekrierten Hostie auf dem Altar. Fester Bestandteil der Aussetzung ist der Sakramentshymnus „Tantum ergo sacramentum...“. Dann stimmte der Priester den Liedsatz: „Panem de caelo praestitísti eis“ (Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben) an, die Gläubigen antworteten mit „Omne delectatméntum in se habéntem (das aller Erquickung in sich birgt). Dann spendete Mertens den kniend Betenden mit der Monstranz den eucharistischen Segen.

Die Verehrung der Heiligen Barbara hat in Gevenich seit 662 Jahren Tradition, 1356 wurde die Gevenicher Barbarabruderschaft gegründet. Berichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert zufolge haben damals am Barbaratag 15 Beichtväter Tausenden von Gläubigen die Beichte abgenommen. Später brach der fromme Brauch wieder ein, bis Pfarrer Bäuerle bei seiner Amtseinführung vor mehr als 25 Jahren die alte Tradition neu belebte.

(ptj)