Jülich: VHS Jülicher Land: Günter Vogel räumt den Chefsessel für Claudia Schotte

Jülich: VHS Jülicher Land: Günter Vogel räumt den Chefsessel für Claudia Schotte

Im Stadtrat gab es Standing Ovation für Günter Vogel und ein Lob von Bürgermeister Axel Fuchs: „Die große Wertschätzung dieses Hauses ist Dir sicher!“ Der scheidende Leiter der VHS Jülicher Land hatte sich von Politik und Verwaltung mit einer kurzen Rede verabschiedet, denn er tritt in den Ruhestand und hinterlässt seiner Nachfolgerin Claudia Schotte Anfang des Jahres eine Einrichtung, die sich sehen lassen kann.

In dieser Woche war dann wirklich Schluss — nach 24 Jahren bei der VHS. Die wichtigsten Eckpfeiler wurden erst am Ende von Günter Vogels Berufsleben gesetzt, wie er auch im Rat bekannte. Der Zusammenschluss der Nordkreis-Kommunen zur Volkshochschule Jülicher Land, zu der Linnich, Titz und Aldenhoven gehören, hat die Weiterbildungseinrichtung auf ein für alle profitables Fundament gestellt: eine Pflichtaufgabe, die qualitativ gut arbeitet und dennoch im Landesvergleich einen kleinen Zuschussbedarf hat.

Ein zweiter Höhepunkt in seiner Karriere war der Auszug aus dem Alten Rathaus: „Die Verbannung war ein Glücksfall.“ Denn in der alten Realschule gibt es für die VHS maßgeschneiderte Räume, die wie gerufen kamen, als mit den Flüchtlingen 2015 plötzlich der Unterricht von „Deutsch als Fremdsprache“ massiv erforderlich wurde.

Das war die Stunde von Vogels Stellvertreterin Claudia Schotte, die Leiterin des Fachbereichs Sprachen ist und mit ihrem Team hier eine Herkules-Aufgabe annahm. Das verdeutlichen aktuelle Zahlen: Von den rund 12.000 Unterrichtsstunden der VHS im Jahr entfallen 5700 auf den Deutsch-Bereich. Die Jülicherin (47) hat Slavistik und Romanistik studiert. Sie will die Stärken der VHS ausbauen, an der Außenwahrnehmung arbeiten und die drei Außenstellen weiter beleben. Als Fachbereichsleiter folgt ihr mit Hans Josef Spieker (Düren) ein Experte auf dem Gebiet „Deutsch als Fremdsprache“.

Günter Vogel hat vom Ruhestand konkrete Vorstellungen: „Ich werde bei der Jülicher Tafel als Fahrer einsteigen.“ Außerdem will er eine Idee realisieren, die er schon lange in sich trägt: ein Abenteuer-Buch für Kinder schreiben. Die Enkel im Hause Vogel wird‘s sicher auch freuen. Die Umsetzung dürfte akribisch erfolgen — wie im Job. Dort hat er laut Claudia Schotte „es nicht langsam austraben lassen“, sondern 150 Prozent bis zuletzt gegeben: „Das fand ich phänomenal.“

(-vpu-)