1. Lokales
  2. Jülich

Linnich: Vernissage, Schmaus und Jazzfrühschoppen

Linnich : Vernissage, Schmaus und Jazzfrühschoppen

Hain - das allein klingt schon malerisch. Iven-Hain das mutet schon fast tolkiensch an.

Die Atmosphäre atmet etwas Mystisches im Angesicht des Waldes und des darin beheimateten Sees. Und das auch, wenn weniger Sphärenklänge denn südamerikanische Töne die Szenerie beleben.

Vier Kunstschaffende haben sich zum zweiten Mal von diesem Ort zu einer gemeinsamen Ausstellung inspirieren lassen: Die Gebrüder Buchkremer vom Waldrestaurant Ivenhain bieten drei Tage lang in ihrem kulinarischen Tempel die „Kunst-Kulturtage Ivenhain”.

Thematisch haben sich die Künstler dem ländlichen Charakter der ungewöhnlichen „Galerie” angepasst: Während Elzbieta Bullik Florales in üppiger Blüte auf die Leinwand bannt, überrascht Malerin Bina mit brandneuen Vie(c)hereien.

Expressiv und ausdrucksstark ihr tanzendes Federvolk, fast verträumt - und zuweilen auch ein wenig dümmlich - dagegen die Rindviecher. Sie haben dabei so etwas Liebenswertes, dass man sie aus dem Rahmen befreien möchte.

Leichtigkeit

Fast vogelfrei wirken die stählernen Skulpturen von Bildhauerin Tanya Graham. Trotz der Dichte des Materials sind sie von umwerfender Leichtigkeit und Transparenz, dass sie sich ganz natürlich in ihre Umgebung einfügen.

Als Ergänzung zum Natürlichen erscheint der „Jardin mystique”, in dem Bina den Waldweg bildnerisch verlängert und ihre Akte malerisch im Hain platziert.

Die Natur nutzbar macht Wolfram Etzel: Seine goldgeschmiedeten Kunstwerke vereinen edles Metall mit Korallen und Perlen. Die Vitrinen waren bei der Vernissage ein Magnet für das schöngeistige Publikum.

Diese konnte ihre Augen auch an den herrlichen Tisch-Ensembles von Floristik-Meisterin Claudia Hofmann weiden. Hierzu lud vor allem der Tisch „EM-Quatsch”, der angelehnt an den handelsüblichen Nachmittags-Kaffee-Klatsch mit stollenbesetzten Schuhen auf dem rasen-gedeckten Tisch inklusive Blumen-Bällen eingedeckt war.

Sie zeichnete auch für die Tisch-Dekoration des samstäglichen Kunstschmaus verantwortlich, der bereits am Eröffnungsabend ausgebucht war.

60 Gästen kitzelte der Koch die Sinne mit ungewöhnlichen Kompositionen und erlesenen Weinen. Sollte - das als Tipp - sich eine zweite Schar Kunstschmauser finden, werden die Kulturtage ausgedehnt.

Die Scheu nehmen

Den Abschluss bildete der jazzige Ausklang am Sonntagmorgen. Rund um die bestuhlte Terrasse und den idyllischen Biergarten am See tummelte sich das Volk.

„Wir alle sind gerne Gäste in Ivenhain und wollen hier nicht nur unsere Arbeiten präsentieren, sondern auch dem Publikum direkt vor Ort die Scheu eines Besuches nehmen”, erklärt Claudia Hofmann stellvertretend für die Künstlerschar das Anliegen der Ivenhainer Kulturtage.

Die Künstlerschar - deren Zusammensetzung übrigens ganz im Sinne des Konzeptes auch wechseln soll - möchte sich weiterhin diesem Anliegen annehmen.

Allerdings gehen die Akteure davon aus, dass noch weitere Jahre vonnöten sind, um die Veranstaltung in den Köpfen der Linnicher und Linnich-Anrainer zu verankern und als jährliches Kunstereignis zu etablieren.