Rödingen: Vernetzung zweier LVR-Museen am Museumstag

Rödingen : Vernetzung zweier LVR-Museen am Museumstag

Die Bockwindmühle aus Spiel ist das Wahrzeichen des Freilichtmuseums Kommern. Die 1782 erbaute Windmühle wurde 1959 als erstes Objekt auf dem 95 Hektar großen Gelände aufgebaut und stand im Mittelpunkt des Film-Vortrags von Museumsarchitekt Volker Kirsch am Internationalen Museumstag im LVR-Kulturhaus Landsynagoge.

Der Referent trug einen Namens-Button aus dem Hebräisch-Workshop mit Dr. Alexander Schmalz am Morgen. Da zwei weitere Titzer Objekte im Kommern beherbergt sind, lohnte sich der Blick in die Geschichte der Mühle und des Museums. Das flächenmäßig größte Freilichtmuseum zeigt, wie Menschen auf dem Lande vor 100 Jahren gelebt haben. Erwähnung im Referat fand auch die „Höller Mühle“ die bis 1957 betrieben und vom Blitz getroffen wurde. So verblieben die beiden Bockwindmühlen in Titz und Spiel als einzige in Frage kommende Objekte, wobei die Spieler Mühle die „älteste und museal wichtigste zu sein schien und der Besitzer der Titzer Mühle nicht an der Erhaltung interessiert war“.

Jedoch hing das Mühlenhaus der einstigen „kurfürstlichen Zwangsmühle“ in Spiel stark nach vorn, die Flügel waren vom Sturm zerfetzt und die Hölzer waren stark beschädigt. Weil die Spieler Mühle am Pfingstmontag, dem „Mühlentag“, in Kommern wieder in Betrieb genommen wird, ist auch das Resümee der Sanierungsarbeiten interessant. Vor vier Jahren wurde die historische Mühle zur Schädlingsbekämpfung in Silberfolie gepackt. Es folgten diverse Rettungsarbeiten. 2017 bettete die Mühlenbaufirma Pätzmann sie aufwändig in ein Stahlkorsett. Sie hob das Kleinod mit hydraulischen Pumpen um 80 Zentimeter an, um gravierende Holzschäden im Innern zu beheben und den Schiefstand zu korrigieren. Erstmals in 60 Jahren war die Kontrolle der zwischen Bock und Mühlenkörper steckenden Zapfen möglich.

Die beiden weiteren Titzer Objekte sind eine Fachwerkscheune aus Opherten, die 1961 abgebaut und neben der Mühle aufgestellt wurde, und die ehemalige Flüchtlingsunterkunft aus Opherten, die am 16. April 2013 in die neu geschaffene Baugruppe „Marktplatz Rheinland“ überführt wurde.

Mit der Vernetzung zweier LVR-Museen bot das „Kulturhaus Landsynagoge Rödingen“ einen interessanten Rückblick ins Landleben der jüngeren lokalen Geschichte. Der Hebräisch-Workshop am Morgen und Führungen durch das Kulturhaus und an jüdische Orte im christliche geprägten Dorf sicherten den thematischen Bezug zum Kulturhaus.

(ptj)
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