Jülich: Verbindung von Mensch und Puppe geknüpft

Jülich: Verbindung von Mensch und Puppe geknüpft

„Mensch, Puppe!“ nennt sich das zur ersten Vorstellung des diesjährigen Kinderkultursommers der Stadt Jülich geladene Figurentheater aus Bremen. Ziel der Mitglieder des Theaters ist es, eine lebendige Verbindung zwischen Mensch und Puppe zu schaffen.

Im Renaissance-Garten der Zitadelle schaffte es mit Claudia Spörri eine Schauspielerin des Ensembles, die Kinder mit diesem Zusammenspiel aus Schauspiel und Figurentheater zu begeistern.

Mit dem Stück „Die dumme Augustine“ — inspiriert vom Bilderbuch nach Otfried Preußler — greift sie das nach wie vor aktuelle Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf und vermittelt es spielerisch und mit Witz ihren kleinen Zuschauern.

Ehefrau des Dummen August

Spörri stellt die Dumme Augustine dar, die als Ehefrau des Dummen August alleine den Haushalt und die Kindererziehung übernimmt, während er im Zirkus als Clown auftritt. Sie selbst hat auch ein Talent zur Clownerie und würde leidenschaftlich gerne mal in der Manege auftreten. Als sie das jedoch ihrem Mann sagt, lehnt er es ab, sich die Arbeit mit ihr zu teilen, da das nicht dem Rollenbild entspräche. Erst als sie ihn aus Krankheitsgründen vertritt, realisiert er ihr Talent und bietet zu ihrer Freude an, sich ab sofort den Haushalt und die Tätigkeit als Clown gerecht mit ihr zu teilen.

Die Schauspielerin interagiert viel mit den Kindern und bringt sie vor allem mit ihren Haushaltsgegenständen zum Lachen. So kämpft sie mit dem Staubsauger und der „Würgestaubsaugerschlange“ oder zieht sich eine gelbe Strumpfhose beim Wäschewaschen über den Kopf und behauptet, das seien ihre schönen goldenen Zöpfe. „Die stinken, die musst du waschen!“ durfte als Kommentar eines kleinen Jungen an der Stelle nicht fehlen.

Auftritt bleibt in Erinnerung

Die Rolle des Dumme August und des Zirkusdirektors übernimmt sie so fließend, dass man vergisst, dass es nur sie ist, die auf der Bühne steht. Insgesamt liefert Spörri eine hervorragende schauspielerische Leistung und bleibt damit den Kindern in Erinnerung, die sich noch nach der Vorführung um sie herum versammeln und wissen wollen, wann sie noch mal auftritt.

Claudia Spörri kommt gebürtig aus Zürich und hat eine Schauspielausbildung an der Scuola Teatro Dimitri in Verscio und der Hochschule für Musik und Theater in Zürich absolviert. Seit zehn Jahren ist sie freiberufliche Schauspielerin und Regisseurin und seit sechs Jahren mit „Mensch, Puppe!“ unterwegs.

Als Mutter von drei Kindern ist ihr die Thematik des Stückes „Die Dumme Augustine“ wichtig. „Ich weiß, wie schwierig das ist, und es wird auch nicht einfacher. Am Ende sind es doch immer noch meistens die Frauen, an denen die Entscheidung zwischen Familie und Beruf hängenbleibt.“