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Der Steinkauz im Fokus: Verbände sehen Schutz nicht gewährleistet

Der Steinkauz im Fokus : Verbände sehen Schutz nicht gewährleistet

Nachdem der Aldenhovener Gemeinderat Anfang Juli den Bebauungsplan 76D „Im Dorf“ für ein Baugebiet in Dürboslar einstimmig verabschiedet hatte, meldeten diverse Naturschutzverbände ihren Protest gegen den Bebauungsplan an, da dieser Schutzbestimmungen für den Steinkauz verletze.

Zunächst die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), die die Belange des dort brütenden Steinkauzes nicht ausreichend berücksichtigt sieht. Inzwischen haben sich die Kreisgruppe Düren des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Nabu-Kreisverband Düren in ähnlicher Weise geäußert.

„Der Brutplatz, in dem der Steinkauz seit Jahren erfolgreich brütet, liegt direkt an der Haupterschließungsstraße für das Baugebiet, und die Bebauung vernichtet sein Nahrungs-Habitat“, kritisiert Achim Schumacher vom Nabu. „Der Steinkauz wird vertrieben werden“, folgert er daraus. Daran ändere auch die Ausgleichsfläche nichts, die der Aldenhovener Rat beschlossen habe, denn diese entspreche nicht den Vorgaben des Landes. Schumacher: „Sie ist katastrophal für den Steinkauz.“ Alfred Schulte vom BUND begründet das damit, dass diese Fläche etwa einen Kilometer entfernt vom alten Brutplatz mitten in intensiv genutzten Ackerflächen liege, wo die Steinkäuze zur Brutzeit nicht genügend Nahrung fänden. Zudem liege sie direkt an der B56, einer der meist befahrenen Bundesstraßen im Kreis Düren. Schulte: „Das ist eine Todesfalle.“

Beide Naturschutzverbände rufen deshalb Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen und den in Dürboslar tätigen Investor dazu auf, die Planung so nicht umzusetzen, sondern einen korrekten Steinkauz-Schutz zu gewährleisten.

(ahw)