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Verwüstung in Jülicher Gotteshaus: Vandalismus in Sankt Mauri – nicht in Propsteikirche

Verwüstung in Jülicher Gotteshaus : Vandalismus in Sankt Mauri – nicht in Propsteikirche

Ein angekokeltes Plakat, Sticker auf Bänken, Kerzen und dem Altar, Wachsreste und Apfelkitschen auf dem Boden: Unbekannte trieben in der Bourheimer Kirche ihr Unwesen.

Zur Klarstellung vorweg: In der Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt am Markt in Jülich ist es nicht zu Sachbeschädigungen gekommen. Diese Information hatte die Polizei fälschlicherweise herausgegeben, so dass sie sich über die Medien verbreitete. Tatsächlich kam es in der Kirche Sankt Mauri in Bourheim am Montagabend zu einem Polizeieinsatz.

Die Gemeinde Heilige Maurische Märtyrer organisiert einen Schließdienst, der dafür sorgt, dass das Gotteshaus morgens auf- und abends zugeschlossen wird. Als am Montagabend die Dame zum Abschließen kam, fielen ihr Wachsreste auf dem Boden vor der Eingangstür auf. Drinnen stieg ihr sofort Rauchgeruch in die Nase und es bot sich ein ungewohnter Anblick.

Unbekannte hatten unter anderem ein Plakat angekokelt und im gesamten Kirchenraum mehr als 20 der vor Ort ausgelegten Segensaufkleber der Sternsinger an Bänken, Kerzen und den Altar geklebt. Eine Polizeisprecherin spricht von „vielen Kleinigkeiten, die sich in Summe geläppert haben“. Dramatisch sei es nicht gewesen.

 Die Segensaufkleber der Sternsinger lagen in der Kirche zum Mitnehmen aus. Unbekannte klebten sie nun im ganzen Kirchenraum auf – so auch auf dem Altar.
Die Segensaufkleber der Sternsinger lagen in der Kirche zum Mitnehmen aus. Unbekannte klebten sie nun im ganzen Kirchenraum auf – so auch auf dem Altar. Foto: Polizei Düren

Ins gleiche Horn bläst auch Norbert Freudenberg aus dem Gemeindeausschuss, der sich vor Ort ein Bild gemacht hat. „Höchstwahrscheinlich waren das ein paar Jugendliche, die entweder als Mutprobe oder aus Todeslangeweile gezündelt haben.“ Gebrannt habe es nicht, unterstreicht er. Am schlimmsten findet er den Gedanken daran, was hätte passieren können. Die Täter hatten offenbar mit Kerzen gespielt und einige an einem Ort brennen lassen, in dessen Nähe Teile der Krippe verwahrt werden. „Das hätte deutlich schlimmer ausgehen können. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Lange vor dem Eintreffen der Kollegin habe sich das Ganze nicht abspielen können, schätzt er. Die Unbekannten hätten nämlich auch die Reste von abgegessenen Äpfeln in der Kirche liegen lassen und die seien noch nicht braun gewesen.

In der ursprünglichen Polizeimeldung gab es abgesehen vom Tatort noch eine andere Unstimmigkeit: Dort war zu lesen, die Unbekannten hätten nicht nur ihr Unwesen getrieben, sondern auch ein Kruzifix zurückgebracht, das fünf Wochen zuvor verschwunden war. In dem Fall kann Freudenberg aber Entwarnung geben. Das Kruzifix war nicht entwendet worden, sondern vor Ort so verräumt worden, dass es nicht am angestammten Platz auffindbar war. Anders als ein wertvolleres Altarkreuz, für das Unbekannte Anfang Juni in die Sakristei der Kirche eingebrochen waren. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zum aktuellen Geschehen sucht die Polizei nun Zeugen. Der oder die Täter müssen zwischen 8.05 Uhr und 18 Uhr am Montag in der Kirche gewesen sein. Wer in diesem Zeitraum etwas Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 02421/949-6425 bei der Polizei zu melden.

Am Engagement der Kirchengemeinde, Sankt Mauri täglich zu öffnen, werde dieser Zwischenfall nichts ändern, sagt Norbert Freudenberg. Er ist überzeugt: „Die Kirchen gehören offen. Ein paar Bekloppte gibt’s immer!“