Jülich: Und wieder stapeln sich die Kleidersäcke

Jülich: Und wieder stapeln sich die Kleidersäcke

„Dieses Jahr läuft es besonders gut“, sagt Ehrenamtler Manfred Pilot. Es stapeln sich um halb elf am ersten Morgen der Kleidersammlung für Bethel bereits so viele Plastiksäcke im Seiteneingang zur Christuskirche in der Schirmerstraße, dass der Eingang zum Kirchenraum bereits vollkommen zugebaut ist.

Pilot, der sich als einziger Ehrenamtler mit zwei Hauptamtlern an der Abgabestelle abwechselt, hat alle Hände voll zu tun. Im Minutentakt fahren Autos vor, vollgepackt mit gut erhaltener Kleidung und Wäsche, gebündelten Schuhen, Handtaschen, Plüschtieren und Federbetten, verpackt in zumeist blauen Säcken.

Seit weit über 30 Jahren sammelt die evangelische Kirche für Bethel, da sind sich die Gemeindesekretärinnen Monika Gerdes und Sonja Jenkner sicher. Aufgefallen ist ihnen diesmal, dass „viel weniger Briefmarken als sonst“ abgegeben wurden, „das Briefeschreiben lässt eben rapide nach“.

2012 waren acht Tonnen Altkleider gesammelt worden, ein Rekord, den es zu toppen gilt. Zum Sammelangebot zählen wie jedes Jahr geschätzte ein bis zwei Abhol-touren auf Anfrage älterer oder gebrechlicher Menschen.

Die evangelische Kirchengemeinde in Jülich ist eine von bundesweit etwa 4500 Kirchengemeinden, die sich an der „Brockensammlung Bethel“ beteiligen. Dabei kommen jedes Jahr rund 12.000 bis 15.000 Tonnen Bekleidung, Textilien und Schuhe zusammen.

Sie werden in Kirchengemeinden und Sammelstellen abgeholt und an Fachsortierbetriebe verkauft, und zwar nach den Kriterien des Dachverbandes FairWertung, und dort sortiert.

Kleiderspenden und Postpakete, die direkt in den Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel ankommen, werden dort sortiert und in den stiftungseigenen Secondhandläden „Brosa Shop“, „Fundgrube“ oder „Pangilo“ zu erschwinglichen Preisen verkauft — etwa an Menschen, die aus ökologischen Gründen gerne gebraucht kaufen oder an junge „Retro-Look-Fans“.

Der Name „Pangilo“ bedeutet im Übrigen „gerechte Verteilung“ auf Kisuaheli.

Bedarfsgerecht wird kostenlose Kleidung auch an Bedürftige weitergegeben. Unter anderem wird sie Partnerorganisationen für Hilfsprojekte in Osteuropa zur Verfügung gestellt.

Die „Brockensammlung“ ist die größte Secondhand-Verkaufsaktion in Bielefeld und Umgebung. Ihr Name bezieht sich auf das Johannesevangelium (6,12), wo der Apostel dazu aufruft: „Sammelt die übrigen Brocken, auf das nichts umkomme“.

Gesammelt wird noch bis zum 16. Oktober, jeweils von 9 bis 18 Uhr.

(ptj)