Jülich: Umstrittener Test-Kreisel soll vor allem Radler bremsen

Jülich: Umstrittener Test-Kreisel soll vor allem Radler bremsen

Die Reaktionen — vor allem in den sozialen Medien — ließen nicht lange auf sich warten und sind sehr uneinheitlich. Der Beschluss, die von der Polizei identifizierte Unfallhäufungsstelle an der Kreuzung Köln-, Post-, Schlossstraße durch einen Mini-Kreisverkehr zu entschärfen, ist in der Bürgerschaft, die im Netz diskutiert, umstritten.

Es gibt zwar auch Zuspruch („Wird Zeit, dass da was passiert“), aber eine erkennbare Mehrheit ist wenigstens in der digitalen Welt dagegen. Wie dem auch sei: Der Test-Kreisel kommt — und zwar voraussichtlich Anfang April, wie der Jülicher Ordnungsamtsleiter Hans Pinell der Redaktion sagte. Weil das Provisorium auf die Straße gemalt wird, müsse es trocken bei Temperaturen über 9 Grad sein.

„Wir wollen das so schnell wie möglich umsetzen.“ Zu dieser Zwischenlösung hatte sich der Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen durchgerungen, weil die Stadt als Straßenbaulastträger hier handeln muss, wenn die Unfallkommission Handlungsbedarf feststellt. Der Test-Kreisverkehr hat einen geringeren Radius als der geplante im Endausbau, der frühestens im Jahr 2019 kommen soll, weil die Stadt hierfür Zuschüsse in Anspruch nehmen möchte, die es vorher nicht gibt. Der feste Kreisel sei durch abgesenkte Randbereiche etwas komfortabler. Er soll inklusive zweier Fußgängerüberwege (an der Post- und an der Schlossstraße) nach ersten Schätzungen um die 80.000 Euro kosten. Davon entfalle ein nicht unerheblicher Teil auf die vorgeschriebene Sonderbeleuchtung an Fußgängerüberwegen, erklärte Pinell.

Zebrastreifen kann Probleme nicht lösen

Die Unfallkommission habe zunächst darüber nachgedacht, die Kreuzung nur mit „Zebrastreifen“ zu entschärfen. Das sichere zwar Fußgänger, schaffe aber beim Hauptproblem keine Abhilfe. Die von der Polizei verzeichneten schweren Unfälle (mit Personenschäden) haben in der Hauptsache Radfahrer betroffen, die von der unteren Kölnstraße (vom Markt kommend) geradeaus in die obere Kölnstraße gefahren und von Autos erfasst worden sind. Weil sie einen erkennbar verkehrsberuhigten Bereich verlassen, müssen sie — wie auch Autos — hier stehen bleiben, auch wenn sie durch eine beschilderte Ausnahmegenehmigung berechtigt sind, geradeaus in die Einbahnstraße zu fahren. „Wenn ich aus einem verkehrsberuhigten Bereich komme, bin ich wartepflichtig. Das ist so wie bei einer privaten Ausfahrt, da muss man auch den kreuzenden Verkehr durchlassen“, erklärte Pinell. Und die Radler-Problematik an dieser Kreuzung in Jülich könne nur durch einen Kreisel entschärft werden. „Ich persönlich und die Mitglieder der Kommission sind der Meinung, dass es wirklich die beste Lösung ist“, sagte Hans Pinell.