Aachen: Umsatz für Unicef mit Punsch und Bierdeckeln

Aachen : Umsatz für Unicef mit Punsch und Bierdeckeln

Eine gute Figur machte bei der närrischen Open-Air-Marktsitzung am Samstagvormittag der neue Ordensritter wider den tierischen Ernst, Friedrich Merz.

Wacker schlug er sich im Gespräch mit AZ-Redakteur Manfred Kutsch und AKV-Elferrat Rolf Gerrards. Zu Füßen des Eäzekomp herrschten unterdessen bereits dichtes Gedränge und Fastelovvendstimmung vom Feinsten.

Es war die nun schon 10. gemeinsame Marktsitzung der Aachener Zeitung und des AKV am Vormittag einer anstehenden Festsitzung des AKV, bei der die Ritter hautnahen Kontakt zu den Aachenern erleben.

Zum Warm-up sorgte Roland Greven für die ersten Schunkelmelodien, und als die Gruppe A-la-Bonheur „E paar Öcher Prente än en Bottram met Seäm” anstimmte, da wogten die untergehakten Menschen von rechts nach links und hatten die Minusgrade im Fluge vergessen.

Das lag durchaus aber auch an der heiter-spritzigen Moderation des „Hippi-Prinzen” Kutsch und von „Deutschlands schönstem Metzgermeister” Gerrards, die das Motto der Marktsitzung, „Promis, Prosit und Palaver”, fesselnd umsetzten.

Auf dem Weg vom Rathausempfang zur Bühne wurden dem neuen Ritter Merz sowie den Rittern Constantin Freiherr Heereman und Thomas Borer bereits freundschaftlich zahlreiche Hände entgegengestreckt.

Oberbürgermeister Jürgen Linden, wie gewohnt in bester Büttenlaune, schleppte einen leeren Bierkasten mit sich, um den 1,98 Meter großen Gast endlich „auf gleicher Augenhöhe” begrüßen zu können. „Hier können Sie heute sagen, was Sie wollen, Angela Merkel ist ja nicht da”, gab er Merz mit auf den Weg zur Ritterrede.

Und schon bohrten die Moderatoren mit Fragen, um einen „Einblick in das Seelenleben” des Kandidaten vor dieser Rede zu gewinnen. „Es wird eine offene Liebeserklärung an Angela Merkel”, ließ Merz durchblicken, erzählte aber auch von seinen Erinnerungen an Aachen zur Studentenzeit. „Da nahm ich hier an einer Sitzung des Kartellverbandes der katholischen Studenten teil und habe anschließend zum ersten Mal betrunken am Steuer gesessen”, gestand er, betonte aber, dass das verjährt sei.

Märchenprinz David I. bewies dem Ritter mit seinem Hofstaat und der Kinderprinzengarde, welch gewichtige Rolle die Öcher Kenger im Karneval spielen. „Jede unserer närrischen Marktsitzungen ist mit einer Spendenaktion zugunsten von Unicef verbunden”, wandte sich dann AZ-Redakteur Kutsch an die Zuschauer.

„Wir helfen Afrika” heißt in diesem Jahr das Unicef-Projekt, das unterstützt wird. Geholfen werden soll damit Kindern in Uganda, um sie einerseits vor der Zwangsrekrutierungen als Kindersoldaten zu schützen und andererseits heimgekehrte Kindersoldaten medizinisch und psychologisch zu betreuen, um sie wieder aufzufangen.

Ordensritterin Heide Simonis, kürzlich zur Vorsitzenden von Unicef gewählt, sollte noch am Abend eine stattliche Spendensumme in Empfang nehmen können. So mischten sich der Märchenprinz mit seinem Hofstaat und Tollität Prinz Boris I. samt Gefolge mit Sammelbüchsen unters Publikum.

Auch Friedrich Merz leistete seinen Beitrag zur Unicef-Aktion, stand wenig später an einem Getränkestand und schenkte Prinzen-Punsch aus. Das Geschäft florierte. Vor allem Aachenerinnen scharten sich um den Tresen und zahlten großzügig. Auch Bierdeckel, auf denen der Politiker Autogramme geben musste, waren ein der Knüller bei dieser Aktion.



Ordensverleihung