Jülich/Berlin: TTC Indeland lauert auf die Titelchance

Jülich/Berlin: TTC Indeland lauert auf die Titelchance

Mit einem blauen Auge und zwei Punkten im Gepäck kehrte der TTC Indeland Jülich am Montag in den frühen Morgenstunden von seinem Marathon-Wochenende aus Berlin zurück.

Obwohl der TTC nur eines der beiden wichtigen Spiele gewonnen hat, fällt die Analyse unmittelbar nach dem dramatischen 9:7-Sieg bei Hertha BSC eher milde aus.

Viel Licht offenbart

Die knappe 7:9-Niederlage am Samstag beim TTS Borsum zeigte einige Schatten, doch der hauchdünne 9:7-Erfolg in Berlin offenbarte viel Licht. Obwohl die Mitbewerber den Indeländern in die Karten spielten, hat der TTC unter dem Strich das anvisierte Ziel, nämlich die Hinrunde als Herbstmeister abzuschließen, verpasst. Aber in der verrücktesten zweiten Liga aller Zeiten ist dies wahrhaft kein Beinbruch. Die ersten sechs Mannschaften trennen nur zwei Punkte, zwei weitere Punkte dahinter beginnt die Abstiegszone.

Nachdem bekannt wurde, dass der chinesische Spitzenspieler Lai Wie niemals das grüne Indeland-Trikot tragen wird, wurde den Herzogstädtern gar frühzeitig Mittelmäßigkeit attestiert. Der TTC wurde oft hart kritisiert, nun rangieren die Jülicher Tischtennis-Asse punktgleich mit dem aktuellen Tabellenführer Siek und hinter Bergneustadt auf dem dritten Platz.

„Es gab zwar einige Tiefschläge während der Hinrunde, aber ich bin mit dem Abschneiden meiner Mannschaft zufrieden. Ich glaube, dass jedem Team bei dieser unglaublich engen Tabellensituation der Herbstmeistertitel vollkommen egal ist. Für mich ist es nur wichtig, dass wir für die Rückrunde eine sehr gute Ausgangsposition haben”, kommentierte TTC-Cheftrainer Dimmig das ausgeglichene Tableau.

Ricardo Walther und Daniel Halcour gehen aus dem langen Wochenende als Sieger und Erfolgsgaranten hervor. Beide Spieler blieben ungeschlagen und waren an mehr als der Hälfte der Jülicher Punkte beteiligt. Zudem brachte Dimmig Halcour und Walther nach der Pleite in Borsum auch noch im Doppel zusammen und, siehe da: Walther/Halcour siegten als Spitzendoppel gleich zweifach und brachten in der dramatischen Schlussphase in Berlin den Sieg unter Dach und Fach.

Vom Hocker gerissen

„Von Ricardo Walther bin ich ja Spitzenleistungen gewohnt, er wollte auch in Berlin zeigen, dass er der King in der Halle ist. Aber was Daniel, als Spieler des unteren Paarkreuzes gezeigt hat, war für einen Spieler seines Niveaus unglaublich. Es hat teilweise mich und die Zuschauer im Berliner Hexenkessel vom Hocker gerissen”, schwärmte Dimmig.

Doch der größte Unterschied zum mäßigen Auftritt am Samstag war die Wiedererstarkung des mittleren Paarkreuzes: Thomas Brosig und Christian Strack leisteten nach der totalen Enttäuschung am Samstag in Berlin einen wichtigen Beitrag zum verdienten Jülicher Sieg, der aufgrund einer absolut geschlossenen Mannschaftsleistung zustande kam.

Der TTC Indeland wird am 8. Januar mit einem guten Gefühl in die Rückrunde starten.

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