TTC Indeland Jülich vermarktet seinen Luftraum unter den Platten

Tischtennis-Bundesliga : Jetzt wird der Luftraum unter der Platte vermarktet

Die Tischverkleidung dient als neue Sponsorenfläche für Fernsehübertragungen. Dem TTC Indeland Jülich kommt das gelegen.

Die Fantasie von Vermarktungsstrategen ist nicht nur im Sport ziemlich groß. In der Tischtennis-Bundesliga werden ab der neuen Saison zum Beispiel Flächen genutzt, die es bisher gar nicht gab: der „Luftraum“ unter der Platte. Der ist nun verschwunden. Stattdessen sind Füße und Räder der Tische nun vollverkleidet und eröffnen Sponsoren prominente Plätze.

Im ersten Heimspiel des TTC Indeland Jülich gegen Bad Königshofen am Sonntag, 25. August (15 Uhr), erwartet die Fans eine neue Optik. Den Herzogstädtern kam diese Idee der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) mehr als gelegen.

Denn auf diese Weise kehrte mit dem international tätigen Spirituosen-Importeur Simex aus Jülich ein Werbepartner zurück, der als Namensgeber gleichsam mit dem TTC in den bislang besten Zeiten des Klubs gewachsen ist.

Mehr noch: Wer früher in Jülich „Simex“ sagte, meinte meistens das Team in der Tischtennis-Bundesliga. Besser kann das für Sponsoren kaum laufen, denn so sind sie in aller Munde. Dass die Wege wieder zueinander führten, ist nach Ansicht von Manager und Ehrenpräsident Arnold Beginn nun auch eher eine folgerichtige Entwicklung.

„Wir müssen diese Flächen vermarkten, das ist Pflicht, sonst drohen Strafen. Und andererseits möchte die Deutsche Tischtennis-Liga hier auch am liebsten renommierte Firmen sehen.“ Schließlich werden die Bundesliga-Spiele weltweit gesehen, da sie über Streamingdienste im Netz übertragen werden.

„Die Zuschauerzahlen sind stark gestiegen. Ich habe Simex angesprochen, wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, das durch jahrelange Verbundenheit gekennzeichnet ist“, erzählt der Manager. Die Zahlen haben laut Beginn eine deutliche Sprache gesprochen, denn sie sind in jedem Jahr deutlich gestiegen. In der Saison 2018/19 verzeichnete die TTBL 297.000 Zuschauer im Schnitt pro Spieltag.

Nur für Ligaspiele

„Die Agentur von Simex hat das ausgewertet, um eine Entscheidung zu treffen“, berichtet Arnold Beginn weiter. Die fiel dann positiv aus. So wird nun auf den Flächen unter dem Tisch der Simex-Verkaufsschlager beworben. „Wir werden den Tisch bei jedem Spiel beleuchten“, sagt Beginn. Die Vermarktung gilt derzeit nur für Ligaspiele, nicht im Pokal, weil der Verband noch vertragliche Verpflichtungen erfüllen muss, so dass dann die Verkleidung neutral bleibt.

Auch über den Tisch-Coup hinaus ist der Bundesligist im zweiten Jahr nach seiner Rückkehr in die höchste Klasse finanziell gesünder aufgestellt, sagt der Manager. „Wir haben einen Trikotsponsor dazubekommen“, berichtet Beginn über das zusätzliche Engagement eines Bauunternehmens. Und die Stadtwerke Jülich sind Hauptsponsor des Vereins, der nicht nur an der Spitze, sondern auch in der Breite mit Jugend- und Amateurmannschaften das gesamte Spektrum abdeckt.

(vpu)
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