Jülich: TTC Indeland Jülich geht mit deutsch-belgischer Mischung in die 1. Liga

Jülich : TTC Indeland Jülich geht mit deutsch-belgischer Mischung in die 1. Liga

Auch wenn es Beispiele für am Reißbrett konstruierte Karrieren gibt: Sport ist nicht planbar. Nachdem der TTC Indeland Jülich sieben Jahre in der 2. Bundesliga immer Meister oder Vizemeister geworden ist, aber auf den Aufstieg verzichtete, war das in der vergangenen Saison ganz anders. Der Klub trat mit der festen Absicht an, in die 1. Liga zurückzukehren — und lieferte die schlechteste Platzierung (8.) seiner Zweitliga-Phase ab...

Das war der erste Nichtabstiegsrang — und die davor postierten Teams verzichteten. Nur deshalb fand der Aufstiegsplan doch noch ein Happy-End. In sechs Wochen geht‘s los, am Montag präsentierte der Traditionsverein seine neue Mannschaft.

Freut sich auf die Herausforderung 1. Liga: TTC-Coach Miro Broda.

Die vergangene Saison hat Nerven gekostet, dennoch freut sich TTC-Präsident Mike Küven, weil die Mannschaft der Vorsaison den Kraftakt als stärkstes Rückrundenteam doch noch geschafft hat. Aus diesem Team ist allein Martin Allegro übrig geblieben. Der 22-jährige Belgier bekommt einen Landsmann an die Seite gestellt: Robin Devos (24) ist wie Allegro Linkshänder und wechselt vom österreichischen Champions-League-Teilnehmer SPG Walter Wels nach Jülich.

Und mit Dennis Klein (20) trägt in der neuen Saison wieder ein deutscher Auswahlspieler das TTC-Trikot. Diese Mischung erinnert stark an die Glanzzeiten der Herzogstädter, als ein Jean-Mi Saive (Belgien) und viele deutsche Nationalspieler für Jülich an die Platte gingen. Von daher folgt die TTC-„Lichtgestalt“ Arnold Beginn (O-Ton Präsident Mike Küven) als Manager im Hintergrund einem bewährten Rezept. Küven erklärte bei der Teamvorstellung bei Sponsor Stadtwerke, dass der Verein seine bewährte Mischung aus Spitzen-, Breiten- und Nachwuchssport zukunftsfähig aufstellen müsse und das Know-how des erkrankten Arnold Beginn („Ihm geht es aber etwas besser“) nutzen müsse: „Wir wollen von ihm lernen.“

In diese Kerbe hieben auch die lokalen Unterstützer des Tischtennis-Erstligisten: Indeland-Geschäftsführer Jens Bröker, Stadtwerke-Geschäftsführer Ulf Kamburg und Dirk Hürtgen (Sparkasse Düren). Sie alle sagte die weitere Unterstützung der bewährten TTC-Kon­struktion zu. Jens Bröker: „Der TTC in der 1. Liga — darauf darf man im Kreis Düren stolz sein.“

Die Nummer 4 im neuen Team ist der Rumäne Dragos Olteanu (33), der im vergangenen Jahr in der 2. Mannschaft und als Reservist in der „Ersten“ eingesetzt wurde.

Die Zuschauer erleben Spitzensport und zum Teil Weltklasse-Akteure in der Nordhalle in anderer Form als in der 2. Liga. Gespielt wird nur an einem Tisch. Außerdem gibt es eine freie Aufstellung, keine Setzliste. Ein Akteur darf allerdings nur zwei Mal eingesetzt werden. Wer also zwei Einzel bestreitet, ist im Doppel gesperrt. Das Doppel kommt indes nur beim Spielstand von 2:2 zur Austragung.

Trainer Miro Broda weiß noch nicht, auf welche Doppel-Formationen er baut — im Zweifel braucht er zwei —, um sich taktische Aufstellungsvarianten zu ermöglichen, mit denen im Bestfall vielleicht auch mal ein „großes Team“ in Bedrängnis gebracht werden kann. Broda erkennt zwei bis drei Mannschaften „in Schlagweite“: zum Beispiel den TTC Zugbrücke Grenzau, „da sehe ich Chancen“. Das ist der Auftaktgegner im Heimspiel zum Saisonstart am Sonntag, 19. August.

Ansonsten scheinen auch Grünwettersbach und Mühlhausen zu packen zu sein. Über die Rolle als ehrgeiziger Außenseiter sind sich beim „neuen TTC“ fast alle einig — alle außer Neuzugang Robin Devos. Der nennt als „Meisterschaftstipp“ einen Traditionsklub: TTC Indeland Jülich — mit Schalk im Nacken.